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Wo steht die Sylter Wirtschaft im Frühjahr?

Zuversichtlich und optimistisch

Foto: Lars Jockumsen Auf eine gute Saison hofft im Sommer die Sylter Wirtschaft. Unsere Zeitung war im Gespräch mit den Sylter Unternehmern und mit dem ISTS.

Insel Sylt. Wie ist jetzt, nach dem Ostergeschäft, die Stimmung in der Sylter Wirtschaft? Mit welchen Erwartungen gehen die Sylter Unternehmen nach mehr als zwei Jahren Pandemie und aktuell auch noch mit einem grausamen Angriffskrieg vor unserer Haustür in die Zukunft? Unser Redaktionsmitglied Heiko Wiegand kam mit dem Geschäftsführer der Sylter Unternehmer, Ronald Glauth, ausführlich ins Gespräch.

Herr Glauth, wie ist aktuell die Stimmung in der Sylter Wirtschaft. Sie sind nah dran an den Unternehmen auf der Insel…
… Das sagen Sie so (schmunzelt). Da kann ich gleich eingangs auf ein Problem hinweisen. Wir konnten in der Corona-Zeit viele unserer sonst üblichen Netzwerkveranstaltungen gar nicht durchführen. Auch der Vorstand konnte sich nicht regelmäßig und wenn, dann zeitweise nur digital treffen.
Das hat die Kommunikation mit den Mitgliedern und den Austausch enorm beeinträchtigt. Erst jetzt starten wir wieder zunehmend in einen normalen Ablauf….

…Wo drückt in den Unternehmen der Schuh – das war bei Euch erstmal gar nicht so klar?
… Genau. Wir konnten nicht mehr so genau reinhören in die Mitgliedschaft wie vor der Pandemie. Vor diesem Hintergrund ist die Einschätzung ein bisschen schwerer geworden.

Gibt es dennoch Trends?
Ja, doch. Es gibt sicherlich Branchen, die in und nach Corona mit einem blauen Auge davon gekommen sind. In der Gastronomie, in der Hotellerie wurden die Unternehmen sicherlich in den Zeiten zwischen den Lockdowns und danach für vieles entschädigt. Viele konnten wieder aufholen und ihre Umsatzeinbußen aus den wirklich schlechten Monaten ausgleichen.

Und welche Branchen hatten oder haben eher Probleme?
Was man sicherlich sagen kann ist, dass sich das Ausgabeverhalten der Menschen verändert hat – und weiter verändern wird. Und gerade durch die hohe Inflation haben die Menschen weniger im Portemonnaie als früher. Das drückt auf die Konsumlaune, auch in einem Urlaub.

Das sieht man auch im Ostergeschäft der vergangenen Tage?
Also, um mal positiv zu bleiben: Wir hatten wenigstens ein Ostergeschäft! Wir hatten über Ostern tolles Wetter. Das macht natürlich allen Syltern und Gästen Spaß. Die Menschen genießen das Leben, so soll das sein! Aber ein solches Wetter lädt eben auch nicht unbedingt zum Shoppen ein. Das drückt dauerhaft auf die Stimmung im Einzelhandel. Und ganau da werden die Folgen spürbarer sein als in Gastronomie und Hotellerie.

Anderes Thema: die Gästestruktur. Haben wir seit Beginn der Pandemie und auch jetzt, kurz nach der Pandemie, andere Gäste auf der Insel erlebt als vor zehn Jahren?
Also, in den letzten zwei, drei Jahren auf jeden Fall. Viele Gäste waren erstmals auf Sylt. Andere waren nach langer Zeit das erste Mal wieder da. In Teilen waren andere und neue Gäste auf der Insel.

Wird der Umgang mit diesen neuen Gästen schwieriger werden?
Das glaube ich nicht. Aber die Corona-Monate haben schon arg an den Nerven gezerrt und waren sowohl für das Personal als auch für die Gäste herausfordernd. Wie viele Auflagen mussten in den vergangenen beiden Jahren umgesetzt und erfüllt werden. Wie oft mussten Gäste ermahnt werden: Setzen Sie bitte Ihre Maske auf! Nein, wir können Sie wegen der Auflagen leider nicht platzieren. Das hat sicher auch auf die Laune gedrückt. Das spürt man nach mehr als zwei Jahren Pandemie schon.
Wird es denn in diesem Jahr wieder Veranstaltungen geben, nachdem ja in den vergangenen beiden Jahren so gut wie nichts stattgefunden hat.
Auf jeden Fall! Ende Mai laden wir zur Jahreshauptversammlung ein – und auch die SU-Lounges werden wieder stattfinden. Insofern wird der Draht zu unseren Mitgliedern auch wieder kürzer werden.

Wie ist Ihre Sicht auf die anstehende Saison 2022? Wie wird sich die Insel in den kommenden Monaten entwickeln?
Corona ist noch nicht ganz weg, aber wir gehen davon aus, dass wir 2022 wieder Perspektiven entwickeln können. Das stimmt mich zuversichtlich und optimistisch für dieses Jahr. Es geht uns auf dieser Insel nach wie vor gut. Und ich bin davon überzeugt, dass wir die Krise gut überstanden haben.


Geschrieben von: Heiko Wiegand / veröffentlicht am: 10.05.2022
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