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Gelungene Denkmalpflege an der Tinnumburg

Vom Astwerk befreit

Foto: Sylt Connected Völlig verholzt war das Buschwerk im Innern der Tinnumburg bereits, wie Roland Klockenhoff zeigte.

Tinnum. Sie ist die letzte ihrer Art: Während die Archsum-Burg schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Erdboden gleich gemacht wurde und die Rantumburg unter Dünen begraben liegt, ist die Tinnumburg das letzte Sylter Wahrzeichen ihrer Art aus der Antike. Kein Wunder, dass die vor rund 2.000 Jahren errichtete Ringwallanlage nicht nur dem Ortsbeirat Tinnum am Herzen liegt. Auch die Sölring Foriining, der Tinnumer Dorfverein, die Naturschutzgemeinschaft Sylt und der Hegering Sylt sind dem Aufruf gefolgt und haben am vergangenen Samstag an der vom Ortsbeirat initiierten „Tinnumburg Befreiungsaktion“ teilgenommen. Dabei wurde die Burg jedoch nicht von altrömischen Belagerern befreit, wie der kämpferische Name vielleicht vermuten ließ, sondern von holzigem Buschwerk, Heckenrosen und wildwuchernden Brombeeren.
Und so zogen die rund 20 Freiwilligen am Samstagvormittag auch nicht mit Speeren und Schwertern in der Hand zu dem Tinnumer Denkmal, sondern vielmehr mit Heckenscheren und Astschneidern bewaffnet, um dafür zu sorgen, dass die Tinnumburg nicht das gleiche Schicksal ereilt wie ihre Artgenossen, sie also bald vor lauter Buschwerk nicht mehr zu erkennen wäre.
„Die Denkmalpflege ist Aufgabe der Gemeinde, und wir helfen ihr dabei“, erklärte Roland Klockenhoff, Vorsitzender des Umwelt- und Verkehrsausschusses der Gemeinde Sylt. „Unterstützend haben wir im Ausschuss jüngst beschlossen, für Denkmalpflegeaktionen wie diese einen Haushaltsposten einzurichten.“
Nicht einmal Sturmtief Zeynep mit seinen heftigen Böen und Regenschauern konnte die freiwilligen Helferinnen und Helfer von ihrer Arbeit abhalten, die übrigens nicht nur aus Tinnum kamen: Jens Johannsen hatte für die Aktion gar den Weg aus Klanxbüll auf sich genommen, „weil ich der Insel verbunden bin, seit ich vor Jahren meinen Zivildienst bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt abgeleistet habe.“
Es wartete eine Menge Arbeit: So verholzt waren die Büsche teilweise bereits, dass Sven Lappoehn, Geschäftführer der Sölring Foriining, später gar mit der Kettensäge anrücken musste. Gerade, weil an der Tinnumburg nicht gegraben werden darf, um die Struktur des Kulturdenkmals nicht zu gefährden, war bei der Entfernung besondere Sorgfalt geboten.
Zum Schluss konnten sich die Aktivistinnen und Aktivisten von der rund anderthalbstündigen Strapaze bei einem Teller warmer Suppe erholen.
Zwar war die germanische Kultstätte bis dahin noch längst nicht von allem Buschwerk befreit, aber gerade bei den an diesem Tag vorherrschenden Wetterverhältnissen ließ sich die Aktion nicht noch weiter in die Länge ziehen. Maike Lappoehn, Geschäftsführerin der Naturschutzgemeinschaft Sylt: „Wir wollen ja auch Spaß bei der Arbeit haben, damit alle beim nächsten Mal wiederkommen.“


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 22.02.2022
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