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Das Jahr 2020 bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt – ein Rückblick

Vielfältig für die Insel engagiert

Foto: oh Die Sensibilität für die Natur zu entwickeln – das ist eines der Ziele der Ehrenamtler der NSG, die die Kinder durch die Sylter Natur führen.

Von Laura Wittland

Insel Sylt. Die Naturschutzgemeinschaft Sylt (NSG) hat unlängst ihren Jahresbericht vorgelegt – für unsere Mitarbeiterin Laura Wittland war dies Grund genug, sich mit dem Vorsitzenden der NSG, Dr. Roland Klockenhoff, zusammenzusetzen, um über die Aktivitäten des Vereins in 2020 ins Gespräch zu kommen.

Die Insel steht aus der Sicht der Naturschützer vor zahlreichen Veränderungen. Nicht nur, dass viele Arten auf Sylt an Substanz verlieren oder gar aussterben – bedingt etwa durch Umweltveränderungen oder den Einfluss des Menschen. Im Vordergrund stand in jüngster Zeit auch das Umdenken in Bezug auf lang gehegte Glaubenssätze und Verhaltensweisen.
„Bezieht man die Dünenheide ein, wächst auf Sylt rund die Hälfte der Heide Schleswig-Holsteins. Denn: Auf der Insel wird weniger Landwirtschaft betrieben als auf dem Festland. Die Heidepflege ist ein wichtiger Aspekt im Sylter Naturschutz. Außerdem geht es um die Pflege der Dünenlandschaften. Unter dem Motto „Dünenschutz ist Inselschutz“ wurde seit Generationen daran gearbeitet, die Sylter Dünenlandschaft systematisch zu befestigen. Sandverwehungen sollten zum Schutz Westerlands und der Dörfer bestmöglich verhindert werden. Für die ursprünglich von Wanderdünen, Windrissen und Trampelpfaden gekennzeichnete Landschaft wurde Strandhafer als natürliches Befestigungsmittel eingesetzt. Folge: Die Wege wuchsen zu und die Vegetation wurde artenärmer.

Ziel ist nun, das lange bestehende Motto „Raus aus den Dünen“ wohlüberlegt zu lockern, um etwa durch die Entfernung von Bewuchs und das Zulassen von Wanderdünen mehr Dynamik und schließlich mehr Artenvielfalt in die Dünenlandschaft zurückzubringen. Im Gespräch sind die Einführung von räumlich und zeitlich begrenzten „Tobedünen“ für Kinder oder das Öffnen gewisser Areale für Nutztiere wie in List.

„Eine kontrollierte Öffnung ist auf Sylt im Gegensatz etwa zu Amrum wegen der weitgehend fehlenden Brutvögel in den Dünen naturschutzfachlich durchaus vertretbar“, so Klockenhoff. Unabhängig davon steht eine allgemeine Öffnung der Dünen für Mensch und Hund nicht zur Debatte, da es so zur Überlastung der Landschaft käme.

Ebenfalls Thema im vergangenen Jahr waren die „Einwanderung“ und übermäßige Ausbreitung „fremder“ Tiere und Pflanzen, die die ursprüngliche Flora und Fauna negativ beeinflussen, wie etwa die Kartoffelrose als Exot und das Kaktusmoos. Dadurch wird die typische Vegetation aus der Dünenlandschaft verdrängt.

Auch zugewanderte Füchse als Folge des Syltdamm-Baus 1927 und des Marderhundes in jüngerer Zeit beeinflussen das Ökosystem auf der Insel. In diesem Fall engagiert sich der Naturschutz mit dem systematischen Einsatz für den Schutz der bedrohten Tiere.

Ein weiteres Sorgenkind sind die dramatisch zurückgehenden Bestände der Kreuzkröten, hier steht eine Wiederherstellung von Dünenseen im Fokus. Erste Maßnahmen wurden in den Rantumer Dünen gegenüber der Sansibar umgesetzt. Im vergangenen Jahr waren zudem Aktionen zusammen mit „Fridays for Future“ und der Initiative „Merret reicht‘s – Aus Liebe zu Sylt“ Teil des Vereinslebens. Unabhängig davon ist es der Naturschutzgemeinschaft Sylt ein großes Anliegen, etwa über Jugendgruppen und die Zusammenarbeit mit Schulen für mehr Umweltbewusstsein zu sorgen.

Bereits seit dem Jahr 1924 arbeitet die Naturschutzgemeinschaft Sylt in Sachen Naturschutz auf der Insel. Die seit über 40 Jahren mit den zwei Naturschutzgebieten Morsum Kliff und Braderuper Heide betraute Gemeinschaft erhob ihre Stimme darüber hinaus auch bei umstrittenen Bauprojekten wie dem Vorhaben „Atlantis“ (1969-1971).

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