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Sylt Museum stellt Werke von Andreas Dirks aus

Viel Kunst und ein wenig Humor

Foto: Sylt Museum "Fischerboote im Abendlicht" des Sylter Künstlers Andreas Dirks

Keitum. Unter dem Titel „Mal doch!“ findet aktuell eine Ausstellung mit Werken von Andreas Dirks (1865-1922) im Sylt Museum statt. 1922, also genau vor 100 Jahren, verstarb der aus Tinnum stammende Künstler in Düsseldorf. Verstreut über die Republik hinterließ Dirks zahlreiche Gemälde und einige Zeichnungen. Aber auch Anekdoten sind zu Dirks überliefert, die zum Schmunzeln anregen und den Maler und Kapitänssohn greifbarer machen.

Die im Ausstellungstitel ausgerufene Empfehlung „Mal doch!“ lässt sich der Überlieferung nach auf eine Begegnung zwischen dem Sylter Bauernvogt und Dirks zurückführen. Demnach wollte der Bauernvogt von Dirks wissen, wieviel Geld er für so ein Bild bekäme. Als Dirks die Summe von fünfhundert Mark nannte, erregte sich der Friese und meinte, dass er dafür ein paar Monate arbeiten müsse. Dirks erwiderte daraufhin: „Mal doch!“ und arbeitete gelassen weiter. Betrachtet man das Œuvre des Künstlers, erscheint diese doch humoristische Szene in ihrer Aussage als eine geradezu überzeugte und weniger aus der Situation heraus entstandene Bewertung des Künstlers.

Dirks widmete sich verstärkt den maritimen Szenen, die meist an der norddeutschen und niederländischen Küste entstanden. Aufgrund fehlender Spezifika lassen sich diese oftmals nur mit sehr großer Mühe lokalisieren und unterscheiden. In seinen Gemälden spielen Fischerboote in Aktion, am ruhigen Küstenverlauf oder in lebhafter See ein festes Genre. Er widmet sich darüber hinaus den Hafenszenen, die gleichsam einem Stillleben ähneln und vielleicht schon etwas Märchenhaftes mit sich tragen. Die vereinzelt und teils schemenhaft auftretende Fischer am Hafenrand oder in ihren Booten beleben zugleich das Motiv und lassen den Besucher einiges beim Betrachten entdecken. Die Arbeiten wirken harmonisch und laden in eine beschauliche Welt ein. Nur selten taucht eine Stimmung auf, die in entfernter Weise unruhig wirkt. Dennoch konzentrierte sich Dirks nicht ausschließlich auf maritime Motive.

Die Ausstellung im Sylt Museum zeigt wenige von den bekannten Arbeiten, die sich weiteren Themen widmen, darunter drei Wäscherinnen bei der Arbeit, die der Sammlung des Sylt Museums entstammt. Ebenso werden ausgewählte Werke von Dirks‘ Lehrern und seines Privatschülers gezeigt. Andreas Dirks war an der Düsseldorfer Kunstakademie Schüler der Landschaftsklasse von Eugéne Dücker (1841-1916), der Sylt häufig besuchte. 1887 wechselte Dirks zur Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar und wurde Meisterschüler des impressionistischen Landschaftsmaler Theodor Hagen (1842-1919) und Leopold von Kalckreuth. Düsseldorf wurde ab 1893 Dirks Heimatort, von wo aus er seine Kunstreisen in fremde Länder unternahm.

Der Insel Sylt blieb Dirks jedoch stets treu und unterhielt im Hause seiner Schwester ein Atelier. Die Ausstellung gibt nicht nur einen vielseitigen Einblick in das Werk von Andreas Dirks, sondern wendet sich zugleich seinen Lehrern und Freunden zu.
Die ausgestellten Arbeiten stammen aus Privatbesitz und Museumssammlungen sowie der Sammlung des Sylt Museums.


Geschrieben von: Heiko Wiegand / veröffentlicht am: 26.05.2022
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