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Kontrollen in der Gastronomie:

Unhaltbare Zustände

Foto: Peter Marnitz

Insel Sylt. (red/P.M.) Einige „schwarze Schafe“ wurden nach Angaben des kreises bei den Kontrollen der Gastronomie auf Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen in Nordfriesland entdeckt. So haben insgesamt rund 20 Gastronomiebetriebe auf Sylt, auf Föhr und in St. Peter-Ording Post vom Kreis Nordfriesland erhalten: In einer Ordnungsverfügung wird die Zahl der gleichzeitig anwesenden Gäste in den Gaststätten auf höchstens die Hälfte der Kapazität beschränkt. Gleiches gilt für die Bewirtung im Außenbereich.

„Gaststätten sind kein rechtsfreier Raum – auch nicht zu Pfingsten und auch nicht, wenn die Gäste vor der Tür Schlange stehen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden, die Ansteckungsgefahr nach wie vor real“, erklärt Landrat Florian Lorenzen.

Anlass für das ungewöhnliche Vorgehen des Kreises sind die zahlreichen gravierenden Verstöße von Gastronomen gegen die Corona-Bestimmungen, die Kontrollteams des Gesundheitsamtes in der letzten Zeit festgestellt hatten. So wurden Mindestabstände nicht eingehalten, statt höchstens zwei saßen Mitglieder von bis zu acht Haushalten dicht an dicht an den Tischen, Kellner trugen keine Masken, Sperrstunden schienen nicht zu existieren.

„Das sind unhaltbare Zustände. Gastwirte, die so etwas zulassen, handeln nicht nur fahrlässig, sondern auch im höchsten Maße unsolidarisch gegenüber den vielen gastronomischen Betrieben,

Forrdie sich vorbildlich an die Regeln halten“, betont Lorenzen.
Der Verwaltungschef begrüßt die generelle Öffnung des Landes für den Tourismus. Er erinnert aber auch daran, dass sie mit Bedingungen verknüpft ist, die das Wiederaufflackern der dritten Corona-Welle verhindern sollen. „In Nordfriesland darf kein zweites Ischgl entstehen“, mahnt er und nimmt nicht nur die Wirte, sondern auch ihre Gäste ins Blickfeld: „Niemand hat das Recht, Gastwirte und ihre Angestellten respektlos anzuschnauzen, wenn sie ihm den Einlass verwehren wollen. Der unverschämte Egoismus diverser Gäste hat wesentlich zu den unhaltbaren Zuständen beigetragen.“
Florian Lorenzen dankt dem Land Schleswig-Holstein für seine Unterstützung bei den Kontrollen am Pfingstwochenende: „Wir werden mit mehreren Teams des Gesundheitsamtes unterwegs sein, begleitet von Kollegen des Polizeivollzugsdienstes. Und wenn es notwendig ist, greifen wir hart durch.“

Sollten zu viele Gäste angetroffen werden, hat der Wirt die Überzähligen innerhalb einer halben Stunde aus dem Lokal zu entfernen – auch, wenn sie noch vor vollen Tellern und gefüllten Gläsern sitzen. „Wie er es macht, entscheidet er selbst. Aber er macht es. Wenn nicht, schließen wir das Lokal sofort für den Rest der Nacht. Dann müssen alle gehen“, warnt der Landrat.
Niemand solle sich einbilden, fröhliche Runden könnten dann vor dem Lokal weiterfeiern – dies werde durch das vielerorts geltende Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und notfalls durch Platzverweise unterbunden.

Florian Lorenzen berichtet von einem unerkannt mit Corona infizierten Ehepaar, das um das zweite Maiwochenende herum mehrere Lokale auf Sylt besuchte. Daraufhin musste das Gesundheitsamt tagelang recherchieren und am Ende rund 300 Personen in Quarantäne versetzen. Wären die Lokale weniger voll und besser belüftet gewesen, würden jetzt keine 300 Menschen zuhause sitzen und um ihre Gesundheit fürchten.

„Gerade jetzt, in der Phase der vorsichtigen Öffnungsschritte, müssen wir uns strikt an die geltenden Regeln halten, um das Erreichte nicht zu gefährden und weitere Schritte in Richtung Normalität gehen zu können“, unterstreicht der Landrat.

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