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Radwegführung in Westerland: Lornsenweg fällt für Fußgänger weg

Schwarz-Grün sorgt für Mehrheit

Foto: Peter Marnitz Trotz großer Bedenken aus der Bürgerschaft setzte eine Mehrheit aus CDU und Grünen den künftigen Wegfall des Lornsenwegs als Fußgängerweg durch. Stattdessen soll dort ein Radweg entstehen.

Westerland.(P.M.) Bei den Zuhörerinnen und Zuhörern wurde grummelnd Unmut laut, bei den Fraktionen von SPD, SSW und Zukunft schüttelte man ungläubig die Köpfe. Nach langer und emotionaler Diskussion lehnte eine Mehrheit der Gemeindevertretung den Antrag ab, die Trassenführung des Westküstenradweges entsprechend vieler Bürgervorschläge so zu ändern, dass der Lornsenweg als Fußgängerweg erhalten bleibt. Einige Senioren, die mit ihren Rollatoren von der Wohnanlage an der Steinmannstraße zur Sitzung der Gemeindevertreter in den Keitumer Friesensaal gekommen waren, konnten nicht verstehen, warum ihr gewohnter Spazierweg nun ausschließlich Radlern vorbehalten werden soll. Besonders CDU und Grüne legten sich mit vielen Redebeiträgen dafür ins Zeug, den Antrag der SPD-Fraktion, der bereits im März gestellt worden war, abzulehnen.

In diesem Antrag ging es darum, die Trassenführung des vom Ingenieurbüro SHP entwickelten Konzeptes für den Westküsten-Radweg so zu ändern, dass Radfahrer die bisherige westliche Trasse im Norden Westerlands zwischen dem Seenot-Parkplatz und der Nordseeklinik weiter nutzen und den Anwohnern der Lornsenweg als Spazierstrecke erhalten bleibt.
Viele Eingaben und Vorschläge der Anwohner aus diesem Bereich sprachen sich dafür aus, den Lornsenweg für Fußgänger zu erhalten, weil die viel genutzten Gartenausgänge von Heimen und Pensionen in diesen Weg münden und schnell fahrende Radler hier ein Gefahrenpotenzial bilden würden.

Bereits im April berichtete der damalige Bürgervorsteher Peter Schnittgard (CDU) von über 100 Nachrichten und einigen Unterschriftenlisten, die ihn in dieser Sache erreicht hatten. Er schlug damals vor, das Thema in einer Einwohnerversammlung zu erörtern.

Noch einmal zusätzlich motiviert von der vorangegangenen Bürgersprechstunde, in der mehrfach für den Erhalt des Fußwegs auf dem Lornsenweg geworben wurde, begründeten die Fraktionen von SPD, SSW und Zukunft noch einmal ihr Anliegen. Holger Weirup (SPD) wies darauf hin, dass sich die geplante geradlinige Radweg-Führung über den Lornsenweg zur Rennstrecke entwickeln würde. Peter Erichsen erinnerte daran, dass die Trasse des Lornsenwegs schon seit mehr als 100 Jahren von alten und jungen Anwohnern und Feriengästen genutzt werde: „Es ist jetzt noch ein Weg, den man ohne Gefahr nutzen kann.

Ebenso wie Peter Erichen wies auch Gerd Nielsen (SPD) darauf hin, dass für die geplante Umwandlung zu einer Radstrecke viele Bäume fallen müssten und eine viel größere Fläche versiegelt werde. Für ihn sei die geplante Trassenführung eine Rennstrecke und darüber hinaus ein unnötiger Eingriff in die Natur. Auch Lars Schmidt (Zukunft) wollte sich nicht mit dem Projekt anfreunden und forderte dagegen ein ganzheitliches Verkehrskonzept für Sylt, das alle Verkehrsträger berücksichtige.

Die Gemeindevertreter von CDU und Grünen, die letztendlich die Stimmenmehrheit gegen den SPD-Antrag sicherstellten, zeigten sich durchweg zufrieden mit den Vorschlägen des Ingenieurbüros SHP für die Trassenführung des Westküsten-Radweges. Dr. Roland Klockenhoff (Grüne) plädierte für die Umsetzung der vorgelegten Pläne: „Wir reden seit vier Jahren im Umweltausschuss über den Radverkehr. Die von den Fachleuten vorgelegte Lösung ist besser. Wir müssen das jetzt beschleunigen, so wie es der Plan vorsieht.“

Kay Abeling (CDU) störte bei der Debatte die Wortwahl. Er bemängelte, dass Begriffe wie „Rennstrecke“ oder „Schnellweg“ unsachlich seien. So wie der Grünen-Vertreter fühle er sich bei dem Planungsbüro gut aufgehoben: „Außerdem schätze ich einmal, dass es noch zehn Jahre dauern wird, bevor die Pläne umgesetzt werden. Davor wird das alles noch im Fachausschuss und in der Gemeindevertretung behandelt. Danach sind auch noch Einwendungen möglich.“

Nach langer Debatte war nach den Beiträgen von CDU und Grünen das Abstimmungsergebnis dann keine Überraschung mehr. Für den SPD-Antrag hoben sich zehn Stimmkarten, gegen den Antrag votierten zwölf Gemeindevertreter, bei drei Enthaltungen.


Veröffentlicht am: 24.08.2021
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