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Bauantrag für Multipark steht vor der letzten Hürde

Optimismus bei den Planern

Foto: H. Wiegand Noch ist vom Multipark nichts zu sehen, das Sylt-Stadion präsentiert sich als eher tristes und renovierungsbedürftiges Areal.

Westerland.(P.M.) Noch wird kein Beton gegossen, noch ist kein Bagger unterwegs. Das Sylt-Stadion schläft noch den Dornröschenschlaf – die Verwandlung zum „Multipark“ hat noch nicht begonnen. Jedoch täuscht das äußere Bild – in den letzten Wochen ist wieder viel Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Die Drähte zwischen Kiel, Husum und Sylt vibrieren, Gutachter reisen durch das Land und in den Behörden wird noch einmal richtig Anlauf genommen, um aus den bereits 2016 entwickelten Ideen und dem 2019 einstimmig in der Gemeindevertretung Sylt beschlossenen Umbauplan Realität werden zu lassen.

Ein Kernpunkt des Multipark-Konzeptes für das ca. 23.000 Quadratmeter große Stadion-Gelände ist die Skateranlage, die im Endausbau auf rund 3.000 Quadratmetern entstehen soll. Dieser Kernpunkt wurde im Laufe der Planung zum Knackpunkt, da sich in der Nachbarschaft des Stadions eine Bürgergruppe entwickelte, die Lärmbelästigungen durch den Skater-Betrieb befürchtet. So legte die Genehmigungsbehörde des Kreises in Husum bei dem im April 2020 eingereichten Bauantrag der Gemeinde strenge Maßstäbe an die Berechnung der zur erwartenden Lärmemissionen.
Bereits erstellte Lärmgutachten mussten immer wieder angepasst werden. Der Kreis gab der Gemeinde Sylt noch einmal bis zum 12. Oktober Zeit, ein Gutachten nach dem neuesten Stand der vom Kieler Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) aktualisierten Richtlinien zu erstellen.

Gernot Westendorf, als Vorsitzender von Skateboarding Sylt e.V. von Anfang an am Verfahren beteiligt, stimmt das neue Gutachten optimistisch. „Ältere Messgrundlagen gingen bei Skater-Anlagen von Holzkonstruktionen aus. Solche Anlagen sind allein durch die Resonanzräume viel lärmintensiver. Jetzt werden die Schallentwicklungen auf Anlagen in Beton-Bauweise berechnet, die sind wesentlich leiser.“ Als Referenz haben die Lärm-Gutachter die relativ neue Beton-Anlage in Scharbeutz herangezogen und dort das Nutzerverhalten und die Schallentwicklung dokumentiert. Dabei wurde festgestellt, dass ein Großteil der Nutzer in Scharbeutz mit Rollern oder Microscootern unterwegs war. Diese Fahrzeuge entwickeln weniger Schall als Skateboards. Westendorf ist deshalb optimistisch, dass die Skateranlage im Multipark leiser als erwartet sein wird.

Diese Haltung teilt Dr. Andreas Dobrzinski nicht. Er begleitet das Verfahren von Beginn an und ist Ansprechpartner und Interessenvertreter der Nachbarn der geplanten Anlage: „Erst einmal möchte ich betonen, dass die Nachbarn nicht grundsätzlich gegen den Multipark sind. Wir sehen nur die Skater-Anlage kritisch, da wir dort eine erhebliche Lärmbelästigung befürchten. Auch die Messungen in Scharbeutz überzeugen uns nicht. Erstens ist dort die Anlage viel kleiner und zweitens erwarten wir hier mehr Skater, deren Bretter auch auf Beton viel Lärm erzeugen.“ Gespannt wartet Dr. Dobrzinski auf die Beratungen bei der nächsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses der Gemeinde am 11. Oktober, wo auch ein neuer Teilbauantrag für das Multipark-Gelände auf der Tagesordnung steht.

Die Freunde und Förderer des Multiparks und der Skater-Anlage arbeiten weiter an der Verwirklichung ihres Traums von einem Treffpunkt, der verbinden und nicht spalten soll.
„Wir schaffen hier einen Platz, der Einheimischen und Gästen gleichzeitig dient. Immer wieder erreichen uns auch Anfragen von Urlaubern, wann der Multipark endlich fertig ist. Der Park ist so auch ein Vorzeige-Projekt für den Tourismus. Deshalb finden wir über alle Parteigrenzen hinweg, von Sozial-Institutionen und in der Unternehmerschaft breite Unterstützung“, berichtet Gernot Westendorf.

Das Projekt wird auch von der Sylter Bank unterstützt, die zusammen mit der EVS ein Crowdfunding-Projekt gestartet hat, um die Finanzierung der Skater-Anlage zu unterstützen. „Die Bank und die EVS geben zu jedem gespendeten Euro einen Euro dazu. Unser Ziel ist es, so bis zum Jahrsende 150.000 Euro aufzubríngen“, erklärt Fabian Marten, Geschäftsstellenleiter der Bank in Westerland an einem Multipark-Modell im Schalterraum.


Veröffentlicht am: 04.10.2021
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