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Kamera fotografiert mutmaßlichen Täter bei Farbanschlag

Nur im ersten Moment geschockt

Foto: P.M. Die Spuren des Farbanschlags waren auch Anfang der Woche noch deutlich zu erkennen. Der mutmaßliche Täter wurde bei seiner Tat fotografiert.

Von Peter Marnitz

Westerland. An der fast neuen Haustür der Doppelhaushälfte an der Bastianstraße sind die Spuren der Farbschmierereien noch deutlich zu sehen. Auch die Hauswand und der Briefkasten wurden durch die heruntergelaufene weiße Lackfarbe stark beschädigt. Gegen 1 Uhr in der Nacht zu Sonntag hat ein noch unbekannter Täter die Doppelhaushälfte eines Ehepaares nachhaltig beschädigt. Auch das Familienauto, das ein niedersächsisches Kennzeichen trägt, wurde nicht nur mit Farbe beschmiert, sondern auch rundum zerkratzt. Doch die Geschädigten haben die Hoffnung, dass der mutmaßliche Täter ermittelt werden kann. Eine Überwachungskamera hat zur vermuteten Tatzeit einen Mann am Tatort fotografiert. Das Foto wird inzwischen bei der Kriminalpolizei ausgewertet. Das niedersächsische Kennzeichen des Fahrzeugs ist noch eine Erinnerung an die „alte Heimat“ des Paares.

„Nach rund 30 Jahren auf Sylt als Zeitwohnungsbesitzer haben wir nach der Pensionierung meines Mannes im Juli vergangenen Jahres dieses Haus als Erstwohnsitz bezogen und uns und unser Auto natürlich ordnungsgemäß umgemeldet“, berichtete die Frau des geschädigten Ehepaares. Als sie die Schmierereien am Sonntagmorgen bemerkten, seien sie schon geschockt gewesen, beschrieb das Ehepaar die Situation. Im ersten Moment komme einem dann die Idee, die Insel wieder zu verlassen und das Haus zu verkaufen. Doch der Gedanke habe sich schnell verflüchtigt, schließlich fühle man sich in der Nachbarschaft ausgesprochen wohl. Besonders ein Nachbar, den sie schon aus Zeiten der Ferienwohnung kennen, habe sich auch jetzt als sehr hilfsbereit erwiesen: „Als wir noch unter Schock standen, hat er die Polizei gerufen und sich sehr um uns gekümmert!“

Die gebürtigen Niedersachsen, die natürlich auch die Diskussionen in den sozialen Netzwerken über die Rolle von Zweitwohnungsbesitzern, geborenen Syltern und zugezogenen Syltern kennen, hegen nicht den Verdacht, dass es sich bei dem Farbanschlag um einen Akt der Feindschaft gegen zugezogene Neubürger handelt: „Wir haben direkt nie Ressentiments uns gegenüber gespürt, weil wir hier nicht geboren wurden. Wir fühlen uns hier immer noch willkommen.“ Der Kontakt mit der alten Heimat werde unter anderem deshalb gehalten, um Facharztbesuche bei seit Jahrzehnten bekannten Medizinern durchzuführen.

Bürgermeister Nikolas Häckel zeigte sich entsetzt über den Vorfall: „So geht man nicht mit Menschen um. Taten wie diese sind menschenverachtend und passen nicht zu Sylt. Wir heißen hier jeden willkommen und freuen uns, wenn Menschen Sylt zu ihrer Heimat machen!“

Jetzt hofft das Paar, dass man den Täter schnell ermittelt und die Versicherungen den Schaden zügig bearbeiten.

Die Kriminalpolizei Sylt, die in dem Fall ermittelt, bittet mögliche Zeugen, die zum fraglichen Zeitpunkt im Bereich der 30er Hausnummern an der Bastianstraße etwas beobachtet haben, sich dringend unter der Rufnummer 04651 70470 zu melden.

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