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Viele Geldgeber halfen mit – allein 24.000 Euro von der Nationalparkstiftung

Neues Zuhause für die Vogelwarte

Foto: Sylt Connected

Morsum. Biologe Lothar Koch erinnert sich noch an die Zeit, als er selbst in dem alten Bauwagen übernachtete. „Das war schon eine ganz besondere Atmosphäre“, sagt er. Der Bauwagen, von dem die Rede ist, war die alte Unterkunft der Vogelwarte, die im Auftrag der Schutzstation Wattenmeer in den Sommermonaten am Morsumer Deich Vögel kartieren, Besucherströme lenken und Schutzzäune reparieren: „Hier brüten die seltenen Zwerg- und Küstenseeschwalben sowie Sandregenpfeifer“, erklärt der Biologe. „Diese Strandbrüter benötigen unberührte Strände und sind vielerorts durch den Menschen zurückgedrängt worden. Der Nösse-Koog ist einer der letzten Standorte in Schleswig-Holstein, an dem Uferschnepfen in den Wiesen brüten.“
Neben den Vogelzählungen gehört zu den Aufgaben der Vogelwarte darum auch die Errichtung mobiler Schutzzonen für Bodenbrüter. „Außerdem werden in Morsum Seevogelführungen und Wattführungen angeboten“, erzählt Dennis Schaper. Schaper ist Leiter der Schutzstation Wattenmeer und hatte schon vor einigen Jahren den Plan, eine neue Unterkunft für die Morsumer Vogelwarte zu besorgen. Bis diese gefunden war, dauerte es noch eine ganze Weile: Hilfe bei der Suche nach einer bezahlbaren neuen Unterkunft bekam er von der diesjährigen Vogelwartin Nicole Rabus, der letzten Bewohnerin des alten Bauwagens. In der Grafschaft Bentheim wurde sie fündig: Ein dort ansässiger Anbieter hatte ein Ausstellungsstück eines mobilen Holzhäuschens mit Satteldach und Straßenzulassung zu verkaufen.
Nun steht ebendieses Häuschen am Morsumer Deich. Vor kurzem wurde es offiziell eingeweiht. Neben einer Sitzecke und einem großen Bett im halbhohen Obergeschoss bietet es ein Badezimmer mit Dusche und Sitzbadewanne, eine voll ausgestattete Küche und sogar eine Waschmaschine. „Der Transport auf die Insel war schon eine kleine Herausforderung“, erzählte Schaper den Gästen. Um Transportkosten zu sparen, lieh er sich bei Christopher Bünger von Südkap Surfing das Auto und kümmerte sich kurzerhand selbst um die Anreise. Mehr als 500 Kilometer legte er dafür zurück. Neben Bünger bedankte er sich auch bei den zahlreichen Geldgebern, ohne die das Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre: Die Nationalparkstiftung Schleswig-Holstein förderte die mobile Unterkunft mit 24.000 Euro. Je 2.000 Euro steuerten der Sylter Rotary Club und der Edeka-Markt Dehn bei, insgesamt 8.000 Euro kamen außerdem aus Einzelspenden zusammen. Foto: sc


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 25.11.2021
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