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Stefan Vollmer ist neuer Leiter der Kriminalpolizei Sylt

Mit Beharrlichkeit Tätern auf der Spur

Foto: Peter Marnitz Für Kriminalhauptkommissar Stefan Vollmer sichert auch Schreibtischarbeit Erfolge bei der Verbrechensbekämpfung.

Insel Sylt. Ja, auch Stefan Vollmer schaut sich in seiner Freizeit gern einmal Fernseh-Krimis an. Besonders bei „Nord, Nord, Mord“ sieht er genau hin, wie die Kommissare zwischen List und Hörnum an die Arbeit gehen. Stefan Vollmer ist nämlich vom Fach, seit Anfang des Jahres ist der Hauptkommissar Leiter der Kriminalpolizei Sylt. Mit seinem achtköpfigen Team sorgt er für Sicherheit auf der Insel und zieht dabei manche Gesetzesbrecher aus dem Verkehr.

Doch anders als bei den TV-Kollegen sieht der Arbeitsalltag in der Sylter Kriminalpolizeistelle Sylt, die zurzeit in einem Bürogebäude an der Stephanstraße untergebracht ist, eher unspektakulär aus. „Wenn man über meine Arbeit einen Film drehen würde, wäre das für die Zuschauer äußerst langweilig. Wer will schon jemandem bei der Arbeit am Computer zusehen“, erklärt der 53-jährige Kriminalist den Unterschied zum TV-Krimi und fragt: „Müssen die Fernseh-Kommissare eigentlich nie Berichte schreiben?“

Angefangen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner 1984 an der Basis der Polizeiarbeit als uniformierter Schutzpolizist. Eine Arbeit an die sich der heutige Dienststellenleiter noch gern erinnert. Schon früh nahm er auch am sogenannten Bäderdienst teil, der die Dienststellen während der touristischen Saison verstärkt. „Man hat mich damals nach Föhr geschickt und mir versprochen, das sei die schönste Insel. Das habe ich schon damals eingeschränkt. Für mich gab es schon immer eine noch schönere Insel“, erklärt Vollmer seine schon lange währende Sympathie für Sylt.
Doch bevor es zur Jahreswende endlich in die Westerländer Kriminalpolizeistelle ging, stand zur Jahrtausendwende erste einmal der Schritt vom Freund und Helfer in Uniform zum Kriminalbeamten an. Nach einem entsprechenden Studium auf der Verwaltungshochschule in Altenholz bei Kiel verstärkte Vollmer mit seinen frischen Kenntnissen das Betrugsdezernat in Flensburg. Ein Arbeitsfeld, das den Familienvater faszinierte. So war es nur folgerichtig, dass eine Spezialausbildung für den Bereich der Wirtschaftskriminalität folgte. Ein Bereich, der sich nicht durch aufsehenerregende Verbrecherjagden und spektakulär klickende Handfesseln auszeichnet, sondern eher durch unaufgeregtes Aktenstudium zum Erfolg führt. „Dabei sind die Folgen von Wirtschaftskriminalität eigentlich dramatisch für die Gesellschaft. Rund 50 Prozent der von der Polizei bearbeiteten Schadenssumme entsteht bei zwei Prozent der Taten“, begründet Vollmer sein Faible für die Verfolgung von Tätern aus dem Nadelstreifen-Milieu, die trotz oft eleganten Auftretens zwar einen weißen Kragen aber buchstäblich keine weiße Weste haben.

Trotzdem hat der Kriminalhauptkommissar nie die anderen Spielarten der Kriminalität aus den Augen verloren. Das ermutigte ihn, sich um die freigewordene Leiterstelle auf Sylt zu bewerben – mit Erfolg.

Die Insel bietet, so Vollmer, trotz der mit knapp 19.000 Menschen überschaubaren Einwohnerzahl fast jede Facette einer modernen Gesellschaft und damit auch eine breite Palette von polizeilichen Arbeitsaufträgen: „In der Saison sind wir hier eine Großstadt, die von der Körperverletzung bis zum Einbruchdiebstahl alles bietet. Ich bin froh, hier mit einem sehr guten und motivierten Team zu arbeiten. Mir bereitet es Freude, hier zu aktiv zu sein und ich will alles daransetzen, dass auch die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag gern zur Arbeit gehen.“ Als Leiter fühlt sich der „Chef“ auch verantwortlich dafür, dass nicht nur die Bürger sicher hier leben, sondern die Mitarbeiter seiner Abteilung mit größtmöglicher Sicherheit hier arbeiten können. Das unterscheidet Stefan Vollmer nicht von den Sylter-Fernseh-Kriminalisten: „Was mich allerdings etwas neidisch macht, sind deren Wohnverhältnisse. Haben Sie mal gesehen, wie gut der Chef hier auf der Insel wohnt? Ich muss jeden Tag vom Festland hierher pendeln.“ Inzwischen sieht aber auch Vollmer ein Licht am Horizont: „Mit etwas Glück habe ich eine Wohnung in Westerland in Aussicht.


Veröffentlicht am: 21.05.2021
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