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Gelände einer ehemaligen Reinigung wird gereinigt

Lösung für Altlasten in Sicht

Foto: hwi Die frühere Wäscherei an der Ecke Friesische Straße/Bahnweg war die Quelle für die Belastungen der Umwelt, die jetzt beseitigt werden.

Westerland.(P.M.) Nach gut einem Jahrzehnt der Ungewissheit, juristischer Auseinandersetzungen und des Verhandelns ist jetzt eine Lösung für das Grundstück am Bahnweg, Ecke Friesische Straße in Sicht. Das Areal mit dem markanten weißen Geschäftshaus war über Jahrzehnte Standort einer Wäscherei und Reinigung, die als Quelle einer deutlichen Belastung des Grundwassers gilt. Buchstäblich ans Tageslicht kam diese Verunreinigung aber erst, nachdem der heutige Besitzer Öger Akgün das Gelände aus einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Jetzt einigte sich der Sylter Unternehmer mit der zuständigen Unteren Wasserbehörde auf ein angemessenes Verfahren zur Reinigung des belasteten Bereichs.
„Als ich 2009 noch zusammen mit einem Partner das Grundstück bei einer Zwangsversteigerung erwerben konnte, wusste ich nicht, dass es da einen Eintrag ins Altlasten-Kataster gab“, erklärt Akgün im Gespräch mit unserer Zeitung, warum er sich auf den Erwerb einließ. Sein Plan war damals, das Geschäftsgebäude abzureißen und dort Wohnungen, vorwiegend als Dauerwohnraum, zu bauen. Erst im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den Neubau wurde die Boden- und Grundwasserbelastung zum Thema. Die zuständigen Behörden wiesen Öger Akgün darauf hin, dass er als Grundstückseigentümer für die Dekontamination des Geländes verantwortlich sei: „Hätte ich vorher gewusst, was dann auf mich zukam, hätte ich mich nie auf die Versteigerung eingelassen. Ich hatte ja keine Hinweise auf das Altlasten-Problem.“

Zu Beginn des Verfahrens standen Probebohrungen, die das Ausmaß des Schadens zu Tage förderten. Man stellte dort „leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe“ (LCKW) fest, die in den 1970er und 1980er Jahren häufig als Bestandteile von Lösungs- und Reinigungsmitteln in Gebrauch waren. Zu diesen Zeiten verdampften sie ungefiltert in die Luft oder sie drangen in den Boden ein.
Die Entdeckung der LCKW-Altlasten auf dem ehemaligen Wäscherei-Gelände zog buchstäblich Kreise und die zuständige Umweltbehörde des Kreises untersagte im weiteren Umfeld schließlich sogar die Entnahme von Grundwasser.

Danach begann ein Marathon mit vielen beteiligten Juristen und Gutachtern, der schließlich nach gut zehn Jahren zu einem Ergebnis führte. Der Sylter Unternehmer erklärte sich gegenüber der Unteren Wasserbehörde bereit, nach einem genau definierten Verfahren für die Beseitigung der Altlasten zu sorgen. Die Beteiligten einigten sich auf eine Methode, bei der die LCKW-Belastungen mit erwärmter Druckluft aus dem Boden gelöst werden. Mit einem Aktivkohle-Filtersystem werden die Rückstände aus der abgesaugten Luft dann aufgefangen und isoliert.
Nach Einschätzung der Gutachter sei mit einer deutlichen Menge an Schadstoffen zu rechnen, berichtet Öger Akgün. Überwacht werde der ganze Reinigungsprozess mit einem Monitoring von einem namhaften Geologen.

Der Unternehmer ist erleichtert, dass jetzt eine Lösung des Lösungsmittel-Problems in Sicht ist: „Ich will einfach nur, dass endlich die Altlasten entfernt werden. Dabei denke ich nicht nur an die Folgen für mich, sondern an die Entlastung für die ganze Umgebung. In ein bis zwei Jahren können wir dann hoffentlich aufatmen.“

Zu den Kosten in Höhe von rund einer halben Million Euro für Gutachten und rechtlichen Beistand kommen jetzt noch einmal rund eine Viertel Million Euro für das Reinigungsverfahren. Bei der Wertsteigerung für Grundstücke im letzten Jahrzehnt kann Öger Akgün nach eigenem Bekunden diese Kosten verschmerzen. Um letztendlich einen friedlichen und stressfreien Abschluss des Verfahrens zu bekommen, will Akgün auch auf mögliche Regressansprüche an die Vorbesitzer des Reinigungsgeländes verzichten.

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