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Zu Besuch in der Landimkerei

Honigduft über der Insel

Foto: Nicole Lütke Die Bienen sind munter unterwegs und tragen ordentlich Heidehonig ein. In der Lister Heide finden sie eine Fülle an Heideblüten.

List. Es summt kräftig auf der Heidefläche in List. Die Sonne scheint warm, die Heide duftet. Die zart-lila Heideblüten wachsen wie ein Teppich über den Boden. Kein Wunder, dass die Honigbienen wie wild unterwegs sind. Langsam und vorsichtig hebe ich den Deckel von der Beute ab – wie die Bienenstöcke im Fachjargon heißen. Ich ziehe eine Wabe heraus, in der der bernsteinfarbene Honig unter einer Wachsschicht verborgen ist – Heidehonig. Von vielen Menschen wird er geliebt und jedes Jahr sehnsüchtig erwartet. Das liegt an diesem ganz besonderen, einzigartigen Geschmack des Honigs, der von sehr würzig bis markant herb reicht. Doch kaum ein Honig-Liebhaber macht sich klar, wie viel Arbeit Bienen und Imker leisten, um diese Spezialität herzustellen.

Anfang September beginnt für Familie Schmidt-Venhaus eine arbeitsreiche Zeit.

Während der Heideblüte steht ein Teil ihrer Bienen mitten in der Heide in List. 2013 hat sich die Familie der Imkerei verschrieben. Die Bienen produzieren im Frühjahr Rapshonig, dann Blütenhonig und im Spätsommer den für die Insel so typischen Heidehonig. „Ich bin schon lange von den Bienen fasziniert“, sagt Kerin Schmidt-Venhaus. „Man muss sehr ruhig an den Bienen arbeiten, denn sonst werden sie unruhig“, erklärt die Morsumerin. „Die Arbeit erdet ungemein.“ Wer allerdings denkt, im Winter sei die Arbeit vorbei, der irrt gewaltig. „In der Imkerei hat man das ganze Jahr über zu tun. Wenn das letzte Mal geschleudert wird, dann muss man die Bienen füttern, die Waben ausschmelzen, die Ausrüstung pflegen. Und den Winter nutzen wir, um beispielsweise Kerzen zu gießen.“
Ist die Heideblüte vorüber, beginnt die aufwendige Arbeit der Honigernte. Morgens um 6 Uhr, wenn die Bienen noch nicht fliegen, werden die Waben aus der Beute geholt und langsam entdeckelt – das heißt, die oberste Wachsschicht auf der Wabe muss abgelöst werden. „Der Heidehonig ist nicht so leicht aus den Waben zu schleudern wie anderer Honig, denn er ist sehr zähflüssig.“ Die Familie nutzt technische Hilfen, um den Heidehonig leichter verarbeiten zu können. Rund zehn Tage dauert die Ernte insgesamt, jeweils fünf bis sechs Stunden am Tag. Nach dem Schleudern wird der Honig durch verschiedene Siebe gestrichen, damit er besonders fein wird. Viele Honigkunden kennen das: Manchmal fängt der Honig an, fest zu werden – er geliert. Ein ganz natürlicher Vorgang, denn Honig ist nun mal ein Naturprodukt. „Damit der Honig schön streichfähig wird, muss er mehrmals gepumpt werden“, erklärt Schmidt-Venhaus. Auf diese Weise werden die Zuckerkristalle gebrochen, der Honig cremig. Ganz schön viel Arbeit für einen süßen Brotaufstrich. Kerin Schmidt-Venhaus hat die heimischen Bienen in einem Buch verewigt. In „Inselluft mit Honigduft“ erzählt sie aus ihrer Kindheit zwischen Heidekraut, Bienen und dem Meer. Und ohne Honigduft würde der Insel auch etwas fehlen!


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 28.09.2022
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