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Zukunftsforum Sylt beginnt morgen

Für Tourismus ohne Schieflage

Foto: hwi

Insel Sylt.(red) In den vergangenen Monaten war Sylt vieles, selten aber im Gleichgewicht zwischen Heimat- und Urlaubsinsel. Was die Coronakrise damit zu tun hat, was es mit einer neuen Qualität des Tourismus auf sich hat und was das für die Entwicklung der Insel und ihrer touristischen Ausrichtung bedeutet, ist Thema des Zukunftsforums Sylt, das vom morgigen Donnerstag, 10. Dezember, bis einschließlich Freitag, 18. Dezember, stattfindet. Das Forum ist Bestandteil des von der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG) und der fünf Inselgemeinden und ihrer Tourismusbetriebe im August angestoßenen Dialogprozesses. „Wir müssen reden. Und zwar miteinander und nicht aneinander vorbei. Lösungsorientiert, aber ergebnisoffen. Um gemeinsam unter Berücksichtigung der politischen und rechtlichen Handlungsspielräume Leitplanken für einen Tourismus ohne Schieflage zu erarbeiten“, so SMG-Chef Moritz Luft (Foto).

Prinzip der Resonanz

Das von der SMG veranstaltete und mit der Agentur „RaikeSchwertner“ konzipierte Zukunftsforum findet in digitaler Form statt und kann an beiden Tagen mit dem Videokonferenz-Tool „Zoom“ mitverfolgt werden. Neben der Präsentation erster Ergebnisse von Experten- und Bürgerbefragung gibt es Vorträge externer Fachleute zu unterschiedlichen Themen. „Es geht um eine neue Qualität des Tourismus und dabei wird das grundlegende Prinzip der Resonanz, also der Wunsch nach nachhaltigen Beziehungserfahrungen, enorm wichtig werden“, sagte Wolfgang Raike, Geschäftsführer von „RaikeSchwertner“ sowie Moderator des Zukunftsforums und verweist damit auf den Eröffnungsvortrag von Professor Hartmut Rosa, der häufig als „Entschleunigungspapst“ bezeichnet wird – obwohl er mit einer Schrift über Beschleunigung bekannt wurde. Berühmt wurde er mit seiner Resonanztheorie, die er als Gegenprogramm dazu entwickelte. Am morgigen Donnerstag, 10. Dezember, spricht er beim Zukunftsforum Sylt zum Thema Resonanzbeziehungen zwischen Insel und Insulanern. Anschließend nimmt Harry Gatterer den Resonanz-Tourismus ins Visier. Der hat nach Ansicht des Geschäftsführers des Zukunftsinstituts zumindest theoretisch das Zeug dazu, die allgemeine Lebensqualität vor Ort für alle zu verbessern. Hinweise, ob das in der Praxis auch gilt, geben die Ergebnisse der im September durchgeführten Expertenbefragung, vorgestellt von Dr. Maik Bohne.
Die ersten Ergebnisse der Bürgerbefragung werden am Freitag 11. Dezember, von SMG-Geschäftsführer Moritz Luft präsentiert. Zuvor referiert Rechtsanwältin Dr. Maren Wittzack über Steuerungsmöglichkeiten des touristischen Bettenangebots und des Dauerwohnraums. Die beiden Verkehrsexperten Nathalie Teer und Maxim Nohroudi stellen danach ihre Mobilitätsanforderungen an Sylt vor.

Online-Workshops

In der darauffolgenden Woche, von Montag, 14. Dezember, bis Freitag, 17. Dezember, finden vertiefende Online-Workshops zu den Themen Tourismusentwicklung, Mobilität, Kapazitätsentwicklung und Lebens- und Arbeitsraum Sylt statt. Während die Vorträge, Präsentationen und ihre begleitenden Diskussionen des Zukunftsforums ohne Einschränkung mitverfolgt werden können, ist die Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Workshops auf maximal 25 Personen begrenzt. Alle Interessierten werden gebeten, sich auf www.sylt.de/kurs-sylt anzumelden, die limitierten Plätze werden per Losverfahren vergeben.

Um den lokalen Aspekten der fünf Inselgemeinden Rechnung zu tragen, sollen daran anschließend kontinuierlich kleinere Diskussionsrunden auf Ortsebene stattfinden. Die Ergebnisse sollten künftigen Beschlussfassungen als Orientierungshilfe dienen und den Rahmen für langfristiges Handeln abstecken. Welche Ergebnisse wird das Forum zu Tage fördern? Was wird verändert werden können, was wird verändert werden müssen? „Wir wissen es nicht. Wir wollen es jetzt auch gar nicht wissen. Denn ebenso wenig wie sich Resonanz erzwingen, verhindern oder vorhersagen lässt, ist der Verlauf des Dialogprozesses vorhersehbar“, erkläuterte Moritz Luft.

Eine erste Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse sowie der einzelnen Vorträge und ihrer begleitenden Diskussionen wird ab Freitag, 18. Dezember, im Internet veröffentlicht sowie in der künftig viermal jährlich erscheinenden Publikation „Kurs Sylt“ nachzulesen sein. Alle Informationen zum Zukunftsforum Sylt auf der Seite www.sylt.de/kurs-sylt.


Veröffentlicht am: 09.12.2020
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