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Kirchensanierung in St. Nicolai erfolgreich abgeschlossen

Ein Dach für 100 Jahre

Foto: hwi Die Kirche St. Nicolai wurde im Jahr 1908 eingeweiht. Im Krieg musste die evangelische Kirchengemeinde das Kupfer von Dach und Turm (Foto) abgeben.

Von Frank-Berno Timm

Westerland. „Es ist ganz gut gelaufen.“ Pastor Simon Ulrich ist zufrieden mit den abgeschlossenen Arbeiten am Turm von St. Nicolai: Das Dach wurde in diesem Jahr erneuert. „Wir hatten Glück mit dem Wetter, so dass die Arbeiten wirklich sehr regelmäßig stattfinden konnten.“

Lief alles nach Plan oder gab es Überraschungen? „Nur die üblichen Überraschungen“, antwortete der Pastor und erzählte, dass auf der einen Seite des Turms mehr Bitumenplanen oder Teerpappe unter dem Kupfer versteckt gewesen sei „als dort, wo wir ursprünglich nachgeguckt haben“. Alles sei schnell und harmonisch mit den Beteiligten zu klären gewesen. „Mich persönlich hat es überrascht, dass wir direkt unter dem Kupfer eine grün bemalte Schicht Teerpappe gefunden haben.“

Ulrich wurde bald aufgeklärt, dass das damalige Kupferdach im Zuge der Eisenspenden während des Zweiten Weltkriegs abgeliefert wurde. Die Glocken seien für das Einschmelzen nicht „ausreichend gut“ gewesen. Das Dach war damals schon mit Grünspan belegt, deswegen wurden die statt dem Kupfer benutzten Teerpappen in einem ähnlichen Grün angestrichen, „damit es zumindest ähnlich aussieht wie es vorher war.“ Unfälle, freut sich Ulrich, hat es bei den Arbeiten nicht gegeben. Arbeiten, die praktischerweise miterledigt werden konnten, seien ebenfalls erfolgt. Ulrich nennt Giebelsicherungen und „den einen oder anderen Spiegel“, der weiß gestrichen wurde, weil das Gerüst stand. Auch beim Kostenumfang „sind wir letztlich genau da gelandet, wo wir landen wollten“. Insgesamt kosteten die Arbeiten rund 235.000 Euro. Die Bauarbeiten waren finanziert, „sonst hätten wir auch gar nicht anfangen dürfen“. Das gilt laut Ulrich für alle Baumaßnahmen.
„Das Dach ist fertig, das Gerüst ist abgebaut.“ Relativ früh habe sich ein Taubenpärchen ein Nest im Gerüst gebaut und habe dort auch „fertig ausbrüten können“.

Das nächste Dachdecken von St. Nicolai möchte Simon Ulrich „bitte nicht mehr erleben“. Das alte Dach habe ein bisschen weniger als 60 Jahre gehalten, es sei damals anders gebaut worden. Nun ist es handwerklich „wirklich hochwertig und gut durchdacht. Alles ist so gebaut, dass genügend Spiel da ist, dass die Turmwindungen und Bewegungen bei unserem starken Wind ausgehalten und gut ausgeglichen werden können. 100 Jahre soll das mindestens halten, gerne mehr.“


Veröffentlicht am: 23.12.2020
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