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Im Gespräch mit dem neuen/alten Lister Bürgermeister Ronald Benck

„Ein Abend voller Emotionen“

Foto: Heiko Wiegand Lists alter und neuer Bürgermeister Ronald Benck an seinem Schreibtisch – mit allen Fraktionen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

List. Der vorvergangene Dienstag war sicher einer der spannendsten im Leben des Ronald Benck. An diesem Abend, um Punkt 19.38 Uhr, folgte die schlagartige Erleichterung: Thomas Diedrichsen, dienstältestes Mitglied der Gemeindevertretung, hatte das alles entscheidende Los gezogen, auf dem die drei Buchstaben „CDU“ standen. Großer Jubel im Mehrzweckraum der früheren Grundschule, in der CDU-Fraktion wie im Auditorium – vielen Mitgliedern und Freunden der CDU fiel ein Stein vom Herzen. Der Stein von Ronald Benck war sicherlich der schwerste. Jetzt, knapp eine Woche nach dieser seltsamen Wahl mit ihren drei Abstimmungen, die vor der Entscheidung durch das Los jeweils im Unentschieden endeten, saß der 66-Jährige an seinem Schreibtisch in List. Unser Redaktionsmitglied Heiko Wiegand kam mit ihm ins Gespräch.

Herr Benck, wie haben Sie diesen Wahlabend vor einer Woche erlebt?
Voller Emotionen nach einem doch mehr als anstrengenden Wahlkampf und vielen Gesprächen nach allen Seiten. Da war die Anspannung natürlich da an diesem Abend. Es gab ja keine Prognose, wo die Reise hingeht.

Haben Sie denn Rückhalt in List gespürt?
Ja, ich habe hier im Ort eine Menge Rückhalt erfahren. Aber dann kam es eben doch zum Losverfahren. Und da war natürlich die Anspannung da, da lagen die Nerven blank.

Hatten Sie denn Hoffnung, dass im dritten Wahlgang eine Enthaltung von der Gegenseite kommt und die CDU weiter bei sieben Stimmen bleibt?
Ja, ich hatte berechtigte Hoffnung, weil ich von außen entsprechende Signale bekommen hatte. Aber das ist nicht passiert, wie wir jetzt alle wissen. Deshalb kam es ja zum Losentscheid.

Und an dem Abend nach der Abstimmung gab es dann auch ein Glas Wein?
Ja, klar. Wir haben im Sitzungssaal mit allen, nicht nur mit den CDU-Gemeindevertretern, einen Umtrunk gestartet mit ein paar Kleinigkeiten zu essen.
Soll es jetzt in List wieder eine Kontinuität geben, wie es sie auch vor der Wahl gab, mit dem selben Bürgermeister im selben Ort?
Ja, genau so. Ich werde wieder auf die Menschen zugehen, mit allen reden, einen Konsens finden mit allen Fraktionen, ohne Polemik, ohne das Verschweigen von Dingen. Wir sind sehr offen, das zeichnet List aus.

Wie zeigt sich diese Offenheit?
Wir haben zum Beispiel die sogenannten Mittwochsrunden. Da sind alle Fraktionsvorsitzenden jeden Mittwoch geladen. Da wird über alle Themen, die gerade anstehen, gesprochen. Hier gibt es keine geschlossenen Türen. So soll es weitergehen.

Wie beschreiben Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Mitbewerber Olaf Klodt?
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben die letzten acht Jahre perfekt zusammengearbeitet, zwar in der Sache oft diskutiert, aber immer auf Augenhöhe. Und wir haben immer einen Konsens gefunden. In den letzten Jahren haben wir fast alles einstimmig beschlossen. Das zeugt ja von einer sehr guten Zusammenarbeit.

Und das ist auch Ihr Ziel für die nächsten fünf Jahre?
Ja, auf alle Fälle. Ich möchte mit allen Fraktionen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Wir haben ja als CDU-Fraktion die Mehrheit nie ausgenutzt.

Ändert sich denn jetzt etwas durch die veränderten Mehrheitsverhältnisse?
Nein, da wird sich sicherlich nicht viel ändern. Es sind ja noch fast die selben Mitspieler. Und auch mit den neuen Gemeindevertretern werde ich mit Sicherheit gut zusammenarbeiten.

Was gehen Sie jetzt, nach der Wahl, als erstes an?
Jetzt, wo wieder Ruhe eingekehrt ist, werde ich auf alle Fälle versuchen, ein paar gemütliche Feste hier in den Ort reinzubekommen. Beispielsweise das Hafenfest und das Matjesfest. Viele Menschen aus List sind dazu sicher bereit. Und dann müssen wir unsere Straßen angehen. Die müssen saniert werden. Die Straßenlaternen müssen erneuert werden.

Eine letzte Frage:
Wie viel Arbeitszeit spendiert ein Lister Bürgermeister eigentlich seiner Gemeinde?
50 bis 60 Stunden werden das schon sein. List stellt sich ja sehr vielfältigen Aufgaben. Da hat‘s ein hauptamtlicher Bürgermeister sicherlich ein wenig leichter. Dem werden dann eben die Reden geschrieben. Das ist ja hier alles nicht der Fall. Aber ich habe das große Glück, dass ich hier ein tolles Bürgerbüro habe. Die unterstützen mich wirklich nach Kräften.


Geschrieben von: Heiko Wiegand / veröffentlicht am: 04.07.2023
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