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700 Menschen demonstrieren für Bau des Multiparks

Dieses Verhalten ist unehrlich

Foto: Sylt Connected Mit unzähligen Plakaten und bunten Bändern wurde demonstriert.

Westerland. Gernot Westendorf stand mit leuchtenden Augen auf den Stufen des Sylt-Stadions und schaute zu, wie die Menschen von links und rechts vor das Rednerpult strömten – rund 700 Menschen waren am vergangenen Samstag zusammengekommen, um für den Bau des Multiparks zu demonstrieren. Mit so viel Unterstützung hatte selbst der Vorsitzende von Skateboarding Sylt nicht gerechnet.

Gemeinsam mit allen weiteren Initiatoren – der Gemeinde Sylt, dem TSV Westerland, dem Jugendpfleger Holger Bünte, dem Schulzentrum und fast allen Sylter Parteien – wollte er „ein klares Zeichen an das Verwaltungsgericht in Schleswig“ senden, das sich zurzeit mit einem Eilantrag gegen den Baubeginn durch die „IG Anlieger“ befasst.
In seiner Rede sparte Westendorf dann auch nicht mit Kritik. „Täuschen, taktieren, verzögern und verhindern“, warf er den Gegnern vor.

In gemeinsamen Gesprächen habe die Interessengemeinschaft zwar zugestimmt, dass eine diskutierte Teilüberdachung der Anlage geprüft werden solle. Die anschließende Klage vor dem Verwaltungsgericht widerspreche dieser Vereinbarung jedoch. Dieses Verhalten sei unehrlich und die Klage der Interessengemeinschaft ungehörig, so Westendorf weiter.

Für seinen Standpunkt bekam er nicht nur von den Demonstrierenden Beifall, die mit Transparenten und Plakaten ihre Meinung vertraten – „Multipark – das ist stark“, „Stoppt das Klagen gegen Sport + Spaß“ oder „Lebensfreude statt Friedhofsruhe“ war dort beispielweise zu lesen. Auch Bürgervorsteher Frank Zahel unterstützte das Projekt, obwohl er in den Tagen zuvor zahlreiche negative Mails erhalten habe, in denen er dafür kritisiert wurde, dass er sich öffentlich für den Multipark einsetzt.

Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, in seiner Rede auf den „deutlichen Wunsch der Gesellschaft“ für dieses Projekt hinzuweisen und zu fordern, den „öffentlichen Raum endlich wieder nutzbar“ zu machen. Auch zeigte er wenig Verständnis dafür, dass sich jetzt ein Gericht mit dem Thema befassen müsse und so weitere Zeit verloren gehe: „Das will doch keiner!“

Aber was wäre eine Demonstration für den Multipark, wenn nicht auch die zu Wort kommen, die von so einer Einrichtung am meisten profitieren würden – die Kinder und Jugendlichen der Insel. Und nachdem sich auch Gesa Osmers, Lehrerin und Multipark-Beauftragte am Schulzentrum, mit einem deutlichen „hier und jetzt“ für den Bau des Multiparks stark gemacht hatte, trat etwa die Schülerin Stella Behrens ans Mikrofon. Ihre Schilderung, wie die Noten im Sport-Abitur darunter leiden, dass es auf der Insel keine geeigneten Sportstätten für Kinder und Jugendliche gebe, die nicht im Verein organisiert sind, endete in den emotionalen Fragen: „Worauf wartet ihr noch? Was muss noch alles passieren, dass ihr uns endlich wahrnehmt?“ Jona Boockhoff erinnerte daran, dass das Projekt eigentlich schon 2019 fertiggestellt sein sollte und fragte sich, was aus dem Versprechen geworden sei.

Während die Veranstalter die Demonstration als Erfolg werten, beharren die Kritiker darauf, dass die Baugenehmigung für den Skatepark nicht rechtssicher sei. Beide Parteien warten nun gespannt darauf, wie das Verwaltungsgericht reagieren wird. Die Entscheidung über den Eilantrag soll voraussichtlich in den nächsten Tagen fallen.


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 30.03.2022
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