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Landrat Lorenzen zum Aus für Hebammen-Notruf

Dickes Lob für Sylter Hebammen

Foto: oh

Insel Sylt/Husum.(red/P.M.) Nachdem die drei Sylter Hebammen, die bisher den Hebammen-Notruf der Insel getragen haben, in dieser Woche ihr Engagement zum 1. Juli aufkündigten, veröffentlichte der nordfriesische Landrat Florian Lorenzen einen Brief, in dem er sich für die bisherige Arbeit der drei Sylter Hebammen bedankte. In diesem Schreiben nimmt Lorenzen auch zu den Hintergründen des Scheiterns Stellung. Hier der Brief im ungekürzten Wortlaut:
„Sehr geehrte Frau Hepper, sehr geehrte Frau von Böhlen, sehr geehrte Frau Dahlhaus,
ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung des Hebammen-Notrufes Sylt in den letzten Jahren.

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben Sie mit viel Engagement, Zuverlässigkeit, Fleiß, Hingabe, fachlichem Wissen, Geduld, Flexibilität und Freude eine fachlich in Deutschland einzigartige Versorgung mit Leben erfüllt.

Der Hebammen-Notruf konnte nur erfolgreich durchgeführt werden, weil Sie sich dieser Aufgabe mit großer Leidenschaft angenommen haben. Viele Mütter und Familien haben Ihnen viel zu verdanken und werden den „Hebammen-Notruf Sylt“ in bester Erinnerung behalten.

Die Partner hinter dem Notruf – der Kreis Nordfriesland, die Sylter Gemeinden, das Amt Landschaft Sylt und das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein – bedauern Ihre Entscheidung sehr, Ihre Mitwirkung ab dem 1. Juli einzustellen.

Wir wissen jedoch, dass durch teils unsachliche Darstellungen unter anderem in den sozialen Medien bewusst Verunsicherungen ausgelöst worden sind, die mittlerweile zu einer mangelnden Akzeptanz des Notrufes in der Bevölkerung geführt haben. So ist in der Sylter Öffentlichkeit ein falsches Bild des Hebammen-Notrufs und der möglichen Versorgung geburtshilflicher Einsätze erzeugt worden. Wiederholt wurden Sie für Entscheidungen kritisiert, die gar nicht in Ihrem Ermessens- und Entscheidungsspielraum lagen.
Dafür, dass Sie sich diesem öffentlichen Druck nicht länger aussetzen wollen, habe ich großes Verständnis. Für Ihre weitere berufliche Tätigkeit wünsche ich Ihnen viel Erfolg und alles Gute sowie genügend Zuversicht und Optimismus für jede Herausforderung und Lebenslage.
Unsere Geburtshilfe-Koordinatorin, Frau Friedrichsen, versucht weiterhin, Hebammen zu finden, die den Notruf wieder aufleben lassen. Eine Fachfrau hat ihre Mitwirkung bereits zugesagt. Ich hoffe sehr, dass es ihr gelingt, mindestens zwei weitere Hebammen zu akquirieren, um die Betreuung bei geburtshilflichen Einsätzen wieder auf das hohe Niveau zu heben, das Sie in den letzten Jahren erreicht haben.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Lorenzen
Landrat“

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