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Boy-Lornsen-Grundschule erhält Neuausgabe in Hochdeutsch-Friesisch

Der kleine Puk ist zurück

Foto: Nicole Lütke Maren Jessen vom "Sölring Foriining", Renate Schneider und Friesisch-Lehrerin Britta Funk (v.l.) setzen sich für den Erhalt des Söl'ring ein, das an der Boy-Lornsen-Grundschule unterrichtet wird.

Insel Sylt. Weesterlön, Woningstair und Muasem – wer bei diesen Namen mit dem Kopf schüttelt und nicht versteht, um welche Sylter Ortschaften es sich handelt, gehört offensichtlich nicht zu den Menschen, die noch Sölring, den Sylter Dialekt der friesischen Sprache, sprechen. „Man schätzt, dass von den rund 18.000 Einwohnern rund zwei Prozent, also 360, des Sölring mächtig sind“, erklärt Renate Schneider. Die Sylterin ist Muttersprachlerin und lehrt Sölring in Schrift und Sprache.
An der Boy-Lornsen-Grundschule in Tinnum lernen die Schülerinnen und Schüler fleißig Sölring, einen der zehn Hauptdialekte der nordfriesischen Sprache.

Britta Frank ist Friesisch-Lehrerin an allen drei Sylter Grundschulen. In dieser Unterrichtsstunde wiederholt sie bereits Gelerntens und die Schüler machen fleißg mit. „Viele Sylter haben mal Sölring oder Plattdeutsch gehört und verstehen ein bisschen, aber sprechen oder schreiben können sie die Sprachen nicht. Denn es war lange verpönt, sie zu verwenden, da sie als bäuerlich und damit ‚mindewertig‘ angesehen wurden“, weiß Renate Schneider, die in Keitum aufgewachsen ist. „Wir haben zu Hause nur Friesisch gesprochen. Ich bin also damit aufgewachsen.“ Nachdem sie 2002 wieder zurück auf die Insel kam, gibt sie ihr Wissen und Können an andere weiter. „Wenn wir eine Sprache hören, sprechen und schreiben, dann lebt sie.“ Um die Sprache Sylts lebendig zu halten, organisiert Schneider einen Sprachen-Stammtisch, schreibt Texte, macht Berichte für den „Friesen-Funk“ und übersetzt Bücher.

Ein berühmter „Mitbewohner“ von Renate Schneider, der ebenfalls aus Keitum stammt, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert: Boy Lornsen. Der Muttersprachler schrieb zwar in Platt- und Hochdeutsch, doch der Sohn eines Kapitäns war seiner Heimatsprache sehr verbunden. Sein bekanntestes Werk ist „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ aus dem Jahre 1967.

Anlässlich des Geburtstages von Lornsen hat die Sölring Foriining zusammen mit der „Friesenstiftung“ das Buch „Nis Puk ön di Lük“ von Lornsen neu herausgegeben. Dabei wurde der Text in Hochdeutsch sowie in Söl‘ring abgedruckt.
Illustrator Manfred Schlüter bebilderte das Buch mit liebevollen „Puk-Zeichnungen“, die schon im Original aus den 80er-Jahren erschienen sind. Die Boy-Lornsen-Grundschule durfte sich über 32 Bücher freuen, die sicher viele kleine Leseratten in ihren Bann ziehen werden.

Wer Nis Puk noch nicht kennt: Der kleine Kobold wohnt auf dem Dachboden eines kleinen feinen Hauses und isst gern Gerstengrütze mit viel Butter. Das Buch ist auch für Erwachsene ein schöner Lesespaß, die sich in die Welt der Kobolde entführen lassen möchten – und dazu halten sie die Erinnerung an ein Sylter Original, den Autor Boy Lornsen, am Leben.

Interessierte haben die Möglichkeit, am Museumstag am kommenden Sonntag, 15. Mai, ihr Exemplar im Sylt Museum in Keitum, Am Kliff 19, zu kaufen.


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 10.05.2022
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