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Peter Schnittgard tritt als Bürgervorsteher zurück

Das Wohl der Insel im Blick

Foto: Archiv

Gemeinde Sylt. (P.M.) „Ich bin einer von Euch!“ So beschreibt Peter Schnittgard, den man mit Fug und recht als Urgestein der Insel bezeichnen kann, ganz kurz und knapp seine Rolle als Politiker. Nach Jahrzehnten in der ersten Reihe der Politik will der Westerländer jetzt kürzer treten. Mit Wirkung zum 31. Juli tritt der 83-Jährige als Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt zurück.

Es ist ein Rückzug von dem verantwortungsvollen und anstrengenden Amt, nicht aber ein Rückzug aus der Politik. Sein Mandat als Gemeindevertreter der CDU im Westerländer Wahlkreis 1 wird „Schnitti“, wie er von vielen Freunden genannt wird, weiterhin aktiv ausüben. Es sind gesundheitliche Probleme, die den agilen „Macher“ jetzt ein wenig gebremst haben. Seine Hände in den Schoß legen will er aber definitiv nicht: „Ich höre doch nicht mitten in der Wahlperiode auf!“
Als Peter Schnittgard 2013 zum Bürgervorsteher gewählt wurde, hatte er schon viele Spuren auf der Insel hinterlassen. Selbst fallen ihm spontan drei Bereiche ein, in denen er gern und mit viel Engagement aktiv war – und ist: „Einmal ist der Tourismus immer mein Arbeitsfeld gewesen. Ich erinnere mich gern an die Zeit als Kurdirektor von Sylt Ost und meine Arbeit für die damalige Bädergemeinschaft. Dann ist da natürlich die Politik und mein ehrenamtlicher Einsatz für den TSV Westerland.“
Als Tourismus-Chef in Keitum, das Amt übernahm er 1975 für fast 30 Jahre, meisterte er eine Krise, die ihm ein Andenken in vielen Reiseführern eingebracht hat. So wird die von ihm initiierte Aktion „Schenkt Keitum einen Baum!“ dafür verantwortlich gemacht, dass die Alleen des Dorfes heute wieder ein grünes Blätterdach haben. Ende der 1990-er Jahre ließ ein Schädling rund 500 alte Ulmen sterben, die durch Schnittgards Spendenaktion einen grünen Ersatz fanden. Sein Engagement für den Sport bewies er nicht nur als Aktiver beim TSV Westerland, sondern auch bei seiner Arbeit im Ausschuss im Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss der Gemeinde Sylt, den er über Jahre leitete. Für seinen Einsatz beim TSV Westerland bedankte sich der Verein mit dem Ehrenvorsitz.
Als engagierten Menschen, der sich ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit für seine Insel einsetzt, lernte auch SPD-Urgestein Eberhard Eberle, der als stellvertretender Bürgervorsteher in Absprache mit Schnittgard dessen Amt derzeit ausübt, den CDU-Politiker kennen: „Ob beim Naturschutz oder beim Sport, Peter hat immer das Wohl der Insel und ihrer Bürger im Blick.“ Die gemeinsamen Jahre an der Spitze der Gemeindevertretung hat Eberle als intensive Teamarbeit in Erinnerung: „Peter hat mich immer in alles mit einbezogen und wir sind, wo es möglich war, auch sehr oft gemeinsam aufgetreten. Über die Parteigrenzen hinweg macht er einem die Zusammenarbeit leicht.“ Aus der kollegialen Kooperation sei inzwischen eine schon fast familiäre Freundschaft geworden, betont Eberle, dem es nicht leicht fällt, Schnittgard am 31. Juli aus seinem Amt zu verabschieden.

Als stärkste Fraktion in der Sylter Gemeindevertretung hat die CDU das Vorschlagsrecht für das Amt des Bürgervorstehers. Noch ist offiziell kein Nachfolger für Peter Schnittgard benannt worden. Über alle Fraktionsgrenzen hinweg hört man, dass es nicht leicht werde, einen Nachfolger zu finden, der die ausgleichenden Qualitäten des derzeitigen Amtsinhabers nachweisen könnte.

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