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Im Gespräch mit den beiden CDU-Kandidaten Ines Dreisow und Andreas Dobrzinski

Auf ein Bier mit dem Ministerpräsident

Foto: Archiv Ines Dreisow

Gemeinde Sylt. Elf Tage vor der Kommunalwahl stellen sich eine Politikerin und ein Politiker der CDU der Gemeinde Sylt den Fragen unserer Redaktion. Die Partei tritt mit einem stark verjüngten Team an und möchte alle zwölf Wahlkreise in der Gemeinde Sylt gewinnen. Bei 38,1 Prozent ist die Partei bei der jüngten Kommunalwahl 2018 gelandet – mindestens genauso stark möchte sie auch in dieser Wahl wieder werden. Unser Redaktionsmitglied Heiko Wiegand ist mit zwei Kandidaten ins Gespräch gekommen, die sich erstmals in einem Wahlkreis direkt bewerben. Und eben diese beiden sollen die Vielfalt zeigen, mit der die CDU ins Rennen geht: Mann und Frau, Stadt und Land, Akademiker und Handwerkerin – wir kamen mit Ines Dreisow ins Gespräch, 58 Jahre alt, Schornsteinfegermeisterin, verheiratet, ein Adoptivsohn und Morsumerin. Sie kandidiert für den Wahlkreis 12 Morsum. Am selben Tisch saß Andreas Dobrzinski, 63 Jahre alt, Arzt, verheiratet, ein Sohn und Westerländer. Er kandidiert für den Wahlkreis 6 Westerland.

Hätten Sie, Frau Dreisow, einmal ein Jahr lang die fiktive Möglichkeit, die Dinge zu tun, von denen Sie glauben, dass sie wirklich wichtig sind für die Gemeinde Sylt. Was wären das für drei Dinge?
An erster Stelle sehe ich die Verkehrsprobleme, auch die Parkplatzsituation für die Sylter, ihre Gäste – und auch für die Pendler. Denn die aktuelle Situation ist für alle Beteiligten sehr unglücklich. Die bahnhofsnahen Ortsteile müssen sich zusammensetzen und Lösungen finden. Als nächstes würde ich den Tourismus nachhaltiger gestalten. Er muss geerdet bleiben, es muss Sylt bleiben. Und als drittes? Wenn jetzt auf eine Familie ein Erbfall zukommt, dann müssen Ausnahmeregelungen geschaffen werden mit dem Ziel, dass die Menschen auch hier vor Ort bleiben können.

Die selbe Frage auch an Sie, Herr Dobrzinski.
Wichtig ist mir die insulare Zusammenarbeit der Gemeinden. Da gibt es Gräben. Die müssen wir mit diplomatischem Geschick auf der politischen Ebene zuschütten. Die Gemeinden müssen besser zusammenarbeiten. Wir brauchen wieder das intensivere Gespräch zwischen den Gemeinden. Da würde ich mich als integrative Kraft sehen, mehr Bürgernähe!

Und der zweite und dritte Punkt?
Das Thema Verkehr, eines unserer Hauptprobleme. Ich würde den Verkehr schärfer regulieren. Dazu gehören Parkplätze für die Pendler. Außerdem geht es um die Fahrradwege. Vor allem zentrale Punkte der Innenstadt müssen mit dem Fahrrad besser erreichbar sein. Und Punkt 3: der akute Wohnungsmangel. Wichtige Arbeitskräfte müssen hier auf der Insel leben können: Lehrer, Polizeibeamte und Mitarbeiter im medizinischen Bereich. Reihenhäuser, von KLM gebaut, würde ich gezielt für solche Menschen anbieten, damit wir sie binden können, weil wir sie brauchen.

Herr Dobrzinski, mit welchem Politiker würden Sie gerne mal ein Bier trinken gehen?
Da fällt mir als erster unser Ministerpräsident ein. Ich denke, dass er ein geselliger Mensch ist. Er hat es drauf, diese mediative Politik zu machen, mit gegensätzlichen Parteien zurechtzukommen und auf dieser Grundlage eine Regierung zu leiten. Das ist schon die hohe Kunst der politischen Diplomatie.

Frau Dreisow, mit wem würden Sie gerne ein Bier trinken gehen?
Auf jeden Fall auch mit Daniel Günther, der ist mir als erster eingefallen. Aber ich würde auch mit Herrn Habeck ein Bier trinken gehen wollen. Denn ich möchte gerne einmal wissen, wo der seine Informationen hernimmt. Denn so viel Mist kann man doch eigentlich gar nicht veranstalten.

Frau Dreisow, was ist Ihr Hauptthema, sollten Sie in die Gemeindevertretung gewählt werden?
Die Ansprechbarkeit. Was die Morsumer wollen und sich wünschen, das möchte ich gerne in der Gemeindevertretung weitergeben. Und nicht so viel rumeiern.

Herr Dobrzinski, was ist Ihr Hauptthema, sollten Sie in die Gemeindevertretung gewählt werden?
Ja, was Ines sagt. Ansprechbar sein. Es gibt heute keine Bürgernähe im Rathaus. Dabei ist die doch so wichtig! Ebenso wichtig ist die Nähe der Kommunalpolitik zum Bürger. Politisches Engagement gehört in das demokratisch gewählte Parlament. Wenn Du eine Meinung hast, dann geh in eine Partei und lass Dich wählen. Das liegt mir am Herzen.

Herr Dobrzinski, was ist Ihr Ziel für die CDU?
Bei den ganzen Parteien, die antreten, wird es sicher keine absolute Mehrheit der CDU geben können. Das muss vielleicht auch nicht sein. Wir haben mit den bürgerlichen Kräften, mit der SWG, mit den Insulanern immer wieder gut zusammenarbeiten können. Wir sollten solide Mehrheiten da finden, wo auch Mehrheitsmeinungen sind. Aber am Ende muss auch ganz klar sein: Wir wollen stärkste Fraktion werden.

Frau Dreisow, die selbe Frage an Sie: Was ist Ihr Ziel für die CDU?
Ich wünsche mir auf jeden Fall die absolute Mehrheit für die CDU, Ganz oder gar nicht. Das wird natürlich schwierig. Aber gerade auch die kleinen Sylter Parteien finde ich sympathisch. Mit denen kann man was erarbeiten und zum Ziel kommen. Die SWG, die Insulaner, das würde passen.

Letztes Thema zum Abschluss dieses Interviews: Was möchten Sie am Ende dieses Gesprächs noch sagen?
Andreas Dobrzinski: Ich finde das Beherbergungskonzept prinzipiell gut, außer einer Sache. Wenn man das Konzept genau liest, sieht man, dass der Kleinvermieter benachteiligt sein könnte. Denn das Konzept schlägt vor, die kleinteilige Vermietung in der Fläche auszuschließen. Nicht mehr neu genehmigen, sondern Ausnahmegenehmigungen auch zurückzunehmen – das steht da drin. Und das geht gegen den Kleinvermieter. Ich möchte nicht, dass der Kleinvermieter bei diesem Konzept zum Verlierer wird. Denn der Kleinvermieter ist die Säule des Tourismus auf Sylt. Das gefällt mir an diesem Beherbergungskonzept nicht. Das werde ich immer sagen, wenn es zu einer Diskussion über die Veränderung der Bebauungspläne kommt.

Frau Dreisow, was ist Ihnen noch wichtig zu sagen?
Ich möchte, dass für die Sylter, die bleiben möchten, auch Möglichkeiten für ein Bleiben geschaffen werden. Auch von der Gemeinde. Wenn es etwa um die Straßenausbaubeiträge geht: Es kann einfach nicht sein, dass Sylter Familien, in denen der Mann Bäcker ist und die Frau Verkäuferin, ein Haus erben und dieses Haus nicht halten können, weil sie den Straßenausbaubeitrag zahlen müssen. Oder sich dafür auch noch verschulden müssen. Das möchte ich auf jeden Fall verhindern.


Geschrieben von: Redaktion / veröffentlicht am: 02.05.2023
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