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Im Gespräch mit den SPD-Kandidaten Gerd Nielsen und Peter Marnitz – Sonntag ist Wahltag

Zeit für einen Politikwechsel – jetzt!

Foto: SPD Sylt Die SPD-Kandidaten Gerd Nielsen und Peter Marnitz stellten sich kurz vor der Wahl den Fragen der Sylter Zeitung. Am Sonntag hoffen sie auf ein gutes Ergebnis.

Gemeinde Sylt. Am kommenden Sonntag ist Wahltag. Dann werden die Gemeinde- und Kreisvertretungen neu gewählt. Besondere Herausforderungen wie Dauerwohnraum, Tourismus, Verkehrswende und kommunale Daseinsvorsorge werden vor Ort konkret fassbar für die Bürger. Gerade kommunalpolitisches Engagement ist für den Erhalt unserer Demokratie von grundlegender Bedeutung.
Seit 15 Jahren engagiert sich Gerd Nielsen (Listenplatz 1, Wahlkreis 2) aktiv für die Sylter Kommunalpolitik. Als Vorsitzender des Wohnungsbauausschusses der Gemeinde Sylt hat sich der Volkswirt erfolgreich für viele Wohnungsbauprojekte eingesetzt – unter anderem für die Bebauung des Bastianplatzes: „Ich möchte den Wohnungsbau insular organisieren, damit wir beim Bau von Dauerwohnraum auf Investoren verzichten können. Nur der kommunale Wohnungsbau ist der Garant einer dauerhaften Wohnraumversorgung.“
Für Bildungsgerechtigkeit setzt sich seit seinem Einstieg in die Sylter Politik Peter Marnitz (Listenplatz 2, Wahlkreis 3) ein. Als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Jugend, Kultur und Sport setzt sich der Journalist dafür ein, dass Eltern für den Kita-Besuch ihrer Kinder und die Nutzung der Angebote der Offenen Ganztags-Schule (OGS) keine Gebühren mehr zahlen müssen: „Nur wenn Bildung kostenfrei ist, können alle daran teilhaben. Gerade für junge Eltern, die es auf unserer Insel allein durch die hohen Wohnkosten nicht leicht haben, muss das Leben hier ermöglicht werden.“
Die beiden Kandidaten trafen sich zu einem Gespräch mit unseren Redakteuren Heiko Wiegand und Nicole Lütke. „Es ist Zeit für einen Politikwechsel auf Sylt. Das Ziel der SPD ist es, in der Gemeinde eine konstruktive Mehrheit für eine Neuausrichtung der Politik zu bilden. Die Verbesserung der Lebensbedingungen für Bürger muss Richtschnur der Politik sein“, sagen die beiden SPD-Politiker.

Herr Marnitz, was ist das realistische Wahlziel der SPD?
Es ist das politische Ziel, die Mehrheit aus CDU uns SWG zu brechen. Wir wollen Teil einer gestalterischen Mehrheit werden, die die Weichen in der Gemeinde neu stellt.“

Herr Nielsen, mit welcher Partei können Sie sich am ehesten vorstellen, dieses Ziel zu erreichen?
Die größten Schnittmengen haben wir mit dem SSW und den Grünen. Da gibt es viele politische Themen, bei denen wir gemeinsam etwas bewegen können.

Was machen wir mit dem Lornsenweg? Lassen wir ihn so wie er ist?
Gerd Nielsen: Die Haltung von CDU und Grünen kann ich nicht nachvollziehen. Warum akzeptiert man nicht endlich den Bürgerwillen? Für uns bleibt der Lornsenweg vollständig für Spaziergänger, Senioren und Anlieger erhalten. Der westliche kombinierte Fahrradweg wird verbessert, entschärft und verbreitert.

Schauen wir in die Glaskugel: Kommt die Großgemeinde Sylt?
Peter Marnitz: Es ist von außen schwer zu verstehen, warum rund 17.300 Menschen in fünf einzelnen Gemeinden leben, wovon eine bereits eine Großgemeinde ist. Warum hält man an kleinen Gemeinden fest, ohne die Vorteile einer größeren Gemeinde zu nutzen? Die Gemeinde Morsum, in der ich lebe, hat von der Fusion in jedem Fall profitiert. Denn nur so ist es möglich, eine kulturelle Einrichtung wie das Muasem Hüs zu erhalten.
Gerd Nielsen: Wir können bestimmte Probleme wie Dauerwohnraum oder Verkehr besser gemeinsam, in einer Großgemeinde regeln, nach dem Grundsatz: eine Gemeinde, einer Verwaltung. Für eine Gesamtfusion bestehen aber derzeit keine Mehrheiten, somit wird es absehbar keine Großgemeinde geben. Die bestehenden insularen Gremien wie z.B. der Schulverband, der Landschaftszweckverband oder die Flughafengesellschaft arbeiten seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen. Warum nicht weitere insulare Gremien für den Dauerwohnungsbau oder für die Planung von Großprojekten installieren? So kommen wir realistisch auf der Insel weiter.

Wo sehen Sie Sylt in zehn Jahren, Herr Marnitz?
Sylt wird und soll ein touristisches Ziel bleiben. Aber wir wünschen uns einen Tourismus, der sich auf Natur und Mensch bezieht. Das heißt ein Tourismus, der in Beziehung zu den Menschen, die hier leben, steht. Es muss ein vernünftiges Verhältnis zwischen Gästen und Einwohnern bestehen.
Und Sie, Herr Nielsen?
Wir müssen Sylt attraktiver für jüngere Menschen und Familien machen. Dazu braucht es vor allem interessante Angebote wie den Multipark, in dem Familien auch bei schlechtem Inselwetter aktiv sein können. Dann müssen wir die Verkehrswende endlich einläuten, der Autoverkehr muss deutlich weniger werden. Das heißt: den ÖPNV stärken und attraktiv gestalten sowie bevorrechtigte Fahrradstraßen schaffen

Warum sollten sich mehr Menschen aktiv in die Politik einmischen, Herr Marnitz?
Kommunalpolitik geht den Bürger direkt an. Vor Ort werden Entscheidungen getroffen, die jeden betreffen, seien es die Müllgebühren, die Sanierung der Straßen oder Kita-Beiträge. Wenn man möchte, dass Sylt lebenswert bleibt, dann muss man sich einmischen und die Dinge in die Hand nehmen. Gerd Nielsen: Offen gesagt: Ob man sich in der Politik engagiert, sollte man sich gut überlegen. Aber es lohnt sich! Das Themenspektrum in der Kommunalpolitik ist so vielfältig wie das Leben. Ist man Mitglied in einem wichtigen Ausschuss, wie beispielsweise dem Bauausschuss, kann man Entwicklungen in der Gemeinde mitbestimmen.
Vielleicht wäre es für manche leichter, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren, wenn sie an konkreten Projekten, die zeitlich begrenzt sind, mitarbeiten könnten. Der Zeitaufwand wäre überschaubar, Erfolgserlebnisse schneller sichtbar.


Geschrieben von: Redaktion / veröffentlicht am: 09.05.2023
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