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Zukunftsforum Sylt

Wohin geht der Kurs auf Sylt?

Foto: SMG

Von Christiane Rose

Insel Sylt. Der von der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG), den Inselgemeinden und Tourismusbetrieben angestoßene Dialogprozess zur Zukunft der Insel ist angelaufen. Das Zukunftsforum, das in digitaler Form noch im Laufe dieser Woche mit Workshops fortgesetzt wird, soll Stimmungen, Sichtweisen und Fakten zusammenfügen und den Kurs der Insel für die nächsten zehn Jahren bestimmen. Moritz Luft, Geschäftsführer der SMG, moderierte den Auftakt des Zukunftsforums am vergangenen Donnerstag: „Der Ton auf der Insel ist rauer geworden. Wir wollen für eine lebenswerte Insel lösungsorientiert in die Diskussion eintreten. Es geht um die Frage, wohin steuert die Insel?

Wir wollen einen Orientierungsrahmen und Kompass schaffen, den wir den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen können“, erklärte der Marketingchef das mehrstufige Verfahren, das von der Agentur „RaikeSchwertner“ geleitet wird.

Sylt am Wendepunkt
Im September sind bereits mehr als 40 Einzelgespräche mit Sylter Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, Wirtschaft, Politik, Tourismus und Kultur geführt worden. Die Ergebnisse der Gespräche stellte Dr. Maik Bohne von der Agentur „Die Gesprächspartner“ vor. Er hat mehr als 40 Gespräche mit sogenannten Stakeholdern („Anspruchshaltern“) auf der Insel geführt. Es gehe darum, die verschiedenen Sichtweisen zu hören und zu verstehen und sie in einen Dialogprozess zu überführen. Positiv sei, dass alle Gesprächspartner gesprächsbereit seien.

Es herrsche Konsens darüber, dass die Insel in einen Modus des Zusammenarbeitens und Denken kommen müsse, um die Zukunft zu gestalten. Die Herausforderung sei dabei, konkrete Wege zu mehr Kooperation aufzuzeigen und die unterschiedlichen Mentalitäten und Sichtweisen einzubinden. Konsens sei: Sylt lebt vom Tourismus, aber der Tourismus hat seine quantitative Grenze erreicht. Zitate von Teilnehmern machen das deutlich: „Die Sommersaison 2020 hat die Oberfläche zum Bersten gebracht“ – „Es ist riskant, sonst erleben wir einen Kipppunkt in der Attraktivität der Insel.“
Daher solle nun mehr auf Angebotsqualität statt auf Quantität gesetzt werden. Die Befragten wünschten sich auch mal Phasen zum Durchatmen. Auch ein Zuviel an großen Veranstaltungen wurde kritisiert. Ebenso solle die Mobilität und der Verkehr der Insel ein neues Konzept bekommen. Es wurde gefordert, konsequente Schritte in Richtung grüner Mobilität zu tun.

Identität noch nicht geklärt
Zum Thema Wohnen, Leben und Arbeiten auf Sylt herrscht prinzipiell Einigkeit: Die Insel solle sich ihre Identität bewahren. Der Zusammenhalt sei die Voraussetzung für ein funktionierendes Inselleben. Dazu gehört, dass Menschen dauerhaft auf der Insel leben als Teil einer sozialen Gemeinschaft. Die Herausforderung sei, Instrumente zu finden, wie ein Kurswechsel bei der Schaffung von Dauerwohnraum auf der Insel einzuleiten sei. „Sylt steht an einem markanten Punkt in seiner Entwicklung. Es fehlt nicht an Ideen, aber an Vertrauen, wie es in den Modus der insularen Verständigung und Entscheidung kommen kann“, erklärte Bohne. Sylt müsse zeigen, dass es die Herausforderungen annimmt: „Werden die Probleme nicht bewältigt, droht sich das Image der Insel nachhaltig zu verändern.“ Unklar sei noch, wer das Mandat annehme, dass aus dem Dialog entstehe. Bohne: „Die Identität ist das Zentrum, das ist noch nicht geklärt. Wer sind wir und was wollen wir?“

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