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Segelfliegen auf Sylt - auf der Suche nach neuen Mitgliedern

Weder elitär noch teuer

Foto: Aero-Club Sylt Ein Segelflieger des Aero-Club Sylt im Landeanflug.

Insel Sylt. Wer sich auf dem Dünenfriedhof in List umschaut, sieht dort das Grab des Lister Ehrenbürgers Wolfgang von Gronau. Als Leiter der Verkehrsfliegerschule waren er und sein Team die Ersten, die in einem Flugboot und mit Zwischenstopp auf Island den Atlantik überquerten. Startpunkt war damals der Lister Hafen. Er landete mit seiner Maschine am 18. August 1930 auf dem Hudson River in New York. Fliegerische Pionierarbeit wurde aber auch im Anschluss auf der Insel geleistet. Daran waren dann vor allem die Segelflieger beteiligt. So stellte etwa Feodora „Dolly“ Schmidt vom 7. auf den 8. Juli 1937 am Wenningstedter Kliff einen Weltrekord im Dauerfliegen auf. Ganze 23 Stunden und 42 Minuten blieb sie damals in der Luft. Diese ruhmreichen Zeiten sind schon lange Geschichte, und vor allem das Segelfliegen hat auf Sylt eine lange Tradition. Bereits 1928 wurde der Verein in List gegründet. Nachdem der Flugbetrieb im Jahr 1939 aufgrund des Zweiten Weltkrieges eingestellt werden musste, startete die Gruppe 1950 neu als „Sylter Segelflieger“ – damals noch in Wenningstedt, am heutigen Standort des Campingplatzes. Seit 1953 hat der Aero-Club Sylt seine Heimat in der östlichen Ecke des Flughafen Sylt. Und 1973 wurden die Flugzeughalle und das Clubhaus gebaut. Beides wird auch heute noch vom Verein genutzt. „Wir sind uns der Tradition und der Geschichte unseres Vereins natürlich bewusst. Jetzt geht es aber darum, den Verein modern aufzustellen und für Sylter wie auch für Gäste wieder interessant zu machen“, sagt der Vorsitzende Bernhard Nießing über die aktuellen Herausforderungen. Im Mittelpunkt steht dabei eine Investition, die den Verein nicht nur das 100-jährige Bestehen im Jahr 2028 feiern lassen kann, sondern ihn grundsätzlich gut aufstellt für die Zukunft. Die Rede ist vom Kauf eines neuen zweisitzigen Segelflugzeugs. Aktuell besitzt der Verein zwar insgesamt fünf Flugzeuge, eines davon ein Motorsegler – und auch ein Zweisitzer ist schon dabei. Dieser wurde allerdings bereits im Jahr 1967 in Dienst gestellt und hat seitdem rund 60.000 Starts und Landungen hingelegt. Um die Flugtauglichkeit jedes Jahr aufs Neue bestätigt zu bekommen, werden die damit verbundenen und notwendigen Inspektionen immer umfangreicher und kostspieliger. Die Anschaffung eines neuen Flugzeugs ist für den Verein daher ohne Alternative, auch wenn die Kosten aktuell noch nicht gedeckt sind. „Entweder wir kaufen eine neue Maschine oder wir können einpacken“, bringt es der stellvertretende Vorsitzende Richard Siegel auf den Punkt. Daran möchte im Verein aber zurzeit niemand denken. Ganz im Gegenteil: Der Verein mit seinen rund 30 Mitgliedern – 17 davon aktive Flieger im Alter zwischen 14 und 84 Jahren – möchte dafür sorgen, dass sich wieder mehr Menschen auf der Insel für das Segelfliegen begeistern. Sei es als Vereinsmitglied, das hier seine erste Fluglizenz erwirbt, oder als Gast, der sonntags mit einem Flug über die Insel einen einzigartigen Blick auf Nordfriesland und das angrenzende Dänemark genießen kann. Die Kosten sind dabei überschaubar. Als aktives Mitglied ist man mit 50 Euro im Monat dabei – und als Gastflieger im Doppelsitzer kann man schon für 30 Euro gemeinsam mit einem erfahrenen Piloten abheben. Damit räumt Pilot Stefan Thoms auch gleich mit einem Vorurteil auf, mit dem der Verein gerade auf der Insel oft zu kämpfen hat: „Segelfliegen ist weder elitär noch teuer. Segelfliegen ist ein Sport für jedermann.“


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 12.04.2022
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