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Im Gespräch mit der Energieversorgung Sylt

Wärmeversorgung auf Sylt sicher

Foto: Sylt Connected Die EVS verfolgt eine langfristige Einkaufsstrategie. Eine Erhöhung der Gaspreise in diesem Jahr konnte so bisher vermieden werden.

Insel Sylt. Die Bilder aus der Ukraine sind dramatisch und auch die Reaktionen von Politik und Wirtschaft auf die russische Invasion haben mittlerweile ein Niveau erreicht, wie man es sich vor wenigen Wochen noch nicht hätte ausmalen können. Ein Punkt, der jetzt immer mehr in den Mittelpunkt rückt, sind die wirtschaftlichen Abhängigkeiten, die zwischen Russland und dem restlichen Europa bestehen, speziell mit dem Blick auf das Thema Erdgas. Russland ist mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent der größte Gaslieferant für Deutschland, daher wäre ein möglicher Lieferstopp durchaus eine große Herausforderung.

Für die Insel erwartet die Energieversorgung Sylt (EVS) kurzfristig jedoch keine Auswirkungen auf die Wärmeversorgung. „Die Energiewirtschaft geht davon aus, dass sie die Lieferverpflichtungen in diesem Winter, unabhängig von Lieferungen aus Russland, komplett erfüllen kann“, erklärt dazu Jan Eichhof von der EVS. Weiter führt er aus: „Die Beschaffung der Gasmengen für die Versorgung auf Sylt erfolgt über größere Vorlieferanten. Die Beschaffung dieser großen Mengen erfolgt an den Handelsmärkten aus verschiedenen Herkunftsländern unter anderem eben auch aus Russland. Somit entsteht ein Liefermix aus den verschiedenen Herkunftsländern.“

Die Energieversorgung Sylt verfolgt dabei eine langfristige Einkaufsstrategie, die den positiven Effekt hat, dass etwa die Energiepreise zum vergangenen Jahreswechsel nicht angehoben werden mussten und auch keine Preiserhöhungen in diesem Jahr geplant sind.

Trotzdem muss man davon ausgehen, dass die reinen Energiepreise aufgrund der dramatischen Entwicklungen an den Märkten spätestens zum Jahreswechsel bundesweit steigen werden. „Langfristig müssen wir uns, was die Beschaffung, Speicherung und Diversifizierung anbelangt, auf eine völlig neue Situation einstellen. Das wird derzeit auf Bundesebene und mit den europäischen Nachbarn diskutiert“, so Eichhof weiter.

Die Lieferungen für diesen Winter sind laut dem Branchenexperten gesichert, spannend werde aber der Blick in die Zukunft. Wie und zu welchen Konditionen die Erdgasspeicher in Deutschland bis zum nächsten Winter wieder gefüllt werden, wie sich das preislich auswirkt und welche Konsequenzen man in der Politik aus den Erfahrungen zieht, sei aktuell noch völlig unklar.
Grundsätzlich sieht daher auch die EVS mit großer Sorge auf die Preisentwicklung in den Märkten, die zu einem deutlichen Preisanstieg bei den Kunden führen wird. Wichtig sei jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung der Politik, um die Frage zu klären, wie Energie auch zukünftig bezahlbar bleibe. Es gebe zwar bereits beschlossene Maßnahmen, die verabschiedet wurden, um die Energiepreise zu dämpfen. „Die Folgen der Krise durch den Krieg werden jedoch einen noch nicht absehbaren Einfluss auf die Beschaffung und somit auf die Preisbildung haben“, ist sich Eichhof sicher.

Für den Verbraucher ändert sich durch die aktuelle Lage zunächst nichts, da es derzeit keine Anzeichen für einen Gasmangel gebe. Für den Ernstfall eines kompletten Gasstopps laufen zudem auf Bundesebene bereits Planungen und bei einem Versorgungsengpass treten die behördlich geregelten Abläufe des Notfallplans Gas der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. „Auf Basis gesetzlicher Vorgaben stellen dann die Fern- und Verteilnetzbetreiber sicher, dass die Versorgung von geschützten Kunden zu jeder Zeit gewährleistet ist. Das bedeutet, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden“, so Eichhof.


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 10.03.2022
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