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Neue Ausstellung in der Galerie Herold

Von Nolde bis Schaper

Foto: Sylt Connected Karin und Rainer Herold in der Galerie in Kampen. Vor mehr als 25 Jahren eröffnete er seine Dependance auf Sylt.

Kampen. „Die Bilder für die Ausstellung habe ich gestern Nachmittag aufgehängt“, sagt Rainer Herold, gefragt nach dem zeitlichen Aufwand für solch eine stimmige Präsentation, wie sie derzeit in der Galerie Herold in Kampen zu sehen ist. Das kann nur sagen, wer wie er seit fast 45 Jahren Galerist und somit – nach eigenen Worten – ein „alter Hase“ ist. In Hamburg hat Rainer Herold im Jahr 1978 seine erste Galerie eröffnet – und vor mehr als 25 Jahren seine Dependance auf Sylt.

Von Beginn an sind seine Ausstellungen von norddeutschen Künstlern und ihren Werken geprägt. Insbesondere die Vertreter des 1897 gegründeten „Hamburgischen Künstlerclubs“ wie Thomas Herbst, Ernst Eitner und Friedrich Schaper sowie spätere Mitglieder wie Friedrich Ahlers-Hestermann und Franz Nölken finden sich in seinen Galerien. Die Stilrichtungen reichen vom Impressionismus über den Expressionismus bis hin zu zeitgenössischer Kunst.

Sind es die eigenen norddeutschen Wurzeln, die das Interesse an diesem Schwerpunkt in dem gebürtigen Reinbeker weckten? „Ich habe die Lücke bei diesen Künstlern gesehen, die kaum in Ausstellungen vertreten waren“, erinnert sich Rainer Herold. Auch der Zufall spielte ihm in die Hände: 1975 konnte er den Nachlass des Expressionisten Heinrich Steinhagen erstehen, dann bot ihm dank der Verbindung über eine Freundin die Familie des Hamburger Impressionisten Friedrich Kallmorgen an, Werke des Malers zu erwerben. Da sich nun mehrere Hundert Bilder in seinem Besitz befanden, war die Entscheidung, eine Galerie zu eröffnen, naheliegend.

Diese Erfolgsgeschichte, die mit der Faszination für Kunst und Einkäufen auf Pariser Flohmärkten begann, setzt sich bis heute fort und schreibt mit der aktuellen Ausstellung in Kampen ein weiteres Kapitel. Fast alle aus der Galerie bekannten Künstler sind mit einigen Bildern wiederzufinden, es ist eine Präsentation der jüngsten Neuerwerbungen.
Als ein Highlight ist der Lithografie-Druck von Emil Nolde zu nennen; in der ausgestellten Farbgebung ist das Werk ein echtes Unikat. Mit ausdrucksstarken Tuschpinselzeichnungen oder Aquarellen sind unter anderem auch Friedrich Schaper, Eduard Bargheer, Ivo Hauptmann, Ernst Eitner oder Erich Heckel zu sehen. „Wir entwickeln gern Ausstellungen mit mehreren Künstlern, um die Vielfalt zu dokumentieren“, erklärt Rainer Herold.

Dabei ist es bereits zum Markenzeichen der Galerie Herold geworden, alle Bilder in perfekt abgestimmten Rahmen zur Geltung zu bringen – nicht etwa in neu angefertigten, sondern in ausgesuchten, oft auch sehr alten Rahmen, die durch verschiedene Materialien, Farben und Formen kongenial die Wirkung des Bildes unterstreichen.

Neben den Gemälden wird zudem verschiedenen Skulpturen Raum gegeben. Hier fallen die Steine des Bildhauers Heinrich Meyer besonders ins Auge: Er arbeitet das natürliche Farbspiel des Gesteins heraus und schafft hier und da regelrecht steingewordenen Wellengang. Die derzeitige Ausstellung in den Galerieräumen im Braderuper Weg 4 kann täglich ab 11 Uhr, sonntags ab 12 Uhr besucht werden.


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 19.04.2022
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