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Neuer Kreisel am Eingang zum Gewerbegebiet?

Tinnum will Verkehr beruhigen

Foto: P.M.

Tinnum.(sc) Zwei Wege führen in das Gewerbegebiet – und aus ihm heraus: Wer Baumarkt, Badausstellung und Co. besuchen möchte, kommt entweder von Norden, wo sich die L24 mit dem Bahnweg kreuzt. Oder er kommt von der Keitumer Landstraße im Süden: eine der wohl anspruchsvollsten Ampelkreuzungen der Insel, mit dem Gewerbeverkehr auf der einen und der Tinnumer Brücke auf der anderen Seite. Eine weitere Einmündung kurz vor der Brücke und Rad- und Fußgängerwege entlang der Keitumer Landstraße machen das Passieren der Kreuzung zur echten Herausforderung und gefährden vor allen die Radfahrer und Fußgänger.

Schon im Sommer haben die Fraktionen der Insulaner und der CDU darum beantragt, die Errichtung eines modernen Kreisverkehrs zu prüfen. Im Zuge seiner jüngsten Sitzung hat sich auch der Ortsbeirat Tinnum mit dieser Idee beschäftigt. Dieser möchte die Verkehrssituation nicht nur an dieser einen Stelle optimieren, sondern sieht noch weiteren Verbesserungsbedarf der Tinnumer Verkehrswege beispielsweise an der Kita und der Schule, am Bahnübergang Königskamp, im Ingewai, Ringweg und Boy-Peter-Eben-Weg.

„Ich denke, wir müssen hier proaktiv agieren und dürfen nicht abwarten, dass der Kreis handelt“, meinte Ortsbeiratsvorsitzender Raphael Ipsen. Sein Wunsch: In Bürgerbeteiligungsrunden, ähnlich wie die Nachbarn es bei „Keitum im Dialog“ machten, möchte er den Ideenaustausch mit Tinnumern vorantreiben und einen verkehrstechnischen Brennpunkt nach dem anderen behandeln. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 soll das erste Treffen stattfinden. „Wenn wir da keine innovativen Ideen liefern, auf die eine Kreisbehörde aufbauen kann, sehe ich in Jahren noch keine Verbesserung“, so Ipsen.
Das Problem: Nur wenige Entscheidungen, den Verkehr betreffend, können der Ortsbeirat oder die Gemeindevertretung selbst entscheiden. Zweimal im Jahr treffen sich Vertreter der Polizei und des Kreises in den Sylter Ortsteilen, um in einer gemeinsamen Verkehrsschau Punkte zu finden, die aus ihrer Sicht einer Verbesserung bedürfen. Änderungen, die sie nicht beschließen, kann auch die Gemeinde nicht einfach umsetzen.

Dazu zählen auch Geschwindigkeitsbeschränkungen: Schon vor einer Weile setzten sich die Grünen in einem Antrag an die Gemeindevertretung dafür ein, im gesamten Gemeindegebiet eine Tempo-30-Zone für alle innerörtlichen Straßen zu errichten. Bürgermeister Nikolas Häckel erzählte von den damit verbundenen Schwierigkeiten: „Die Regelgeschwindigkeit innerorts sind 50 Stundenkilometer. Wenn ein Gefahrenpotenzial analysiert ist, kann der Kreis Nordfriesland auf 30 Stundenkilometer reduzieren. Allein für die Innenstadt arbeiten wir seit fünf Jahren daran, das zu realisieren – bisher ohne einen positiven Bescheid des Kreises.“

Eine Möglichkeit, auf die Verkehrsschau einzuwirken, sei aber jedem Bürger gegeben: Nur, wenn jedes verkehrswidrige Verhalten und jede gefährliche Situation bei der Polizei gemeldet werde, könne diese zuverlässig abschätzen, wo sich Gefahrenpotenziale auftun.


/ veröffentlicht am: 02.11.2021
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