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Impfstart in den Praxen vermutlich am 19. April

Sylter Ärzte stehen bereit

Foto: Peter Marnitz Nur ein kurzer Pieks und danach ab in den Ruheraum: Das Westerländer Impfzentrum im Syltness Center wurde gestern offiziell eingeweiht.

Von Peter Marnitz

Insel Sylt. Erst sollte es Ende März sein, dann nahm man Anfang April ins Visier, jetzt scheint es auf den 19. April hinauszulaufen, wenn die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen können. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) stehen fürs Impfen 75.000 Haus- und Facharztpraxen in Deutschland bereit.

Auch auf Sylt bereiten sich die meisten Praxen auf ihren Einsatz vor, um vor Ort endlich selbst gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie aktiv werden zu können. Doch noch gibt es nur die Absicht, konkrete Pläne konnte die Kassenärztliche Vereinigung noch nicht veröffentlichen.

Das sorgt bei den Sylter Ärzten nicht unbedingt für Freude, kann aber den Einsatzwilen nicht schmälern. „Ich bin ein absoluter Impf-Fan“, bekennt die Westerländer Allgemeinmedizinerin Dr. Jessica Johannsen-Wrana. „Ich würde sofort mit den Impfungen beginnen und stünde mit meinem Team bereit. Nur bei der Kassenärztlichen Vereinigung weiß auch noch niemand Bescheid.“ Die Medizinerin sieht deutlich die Vorteile, die eine Impfung beim Hausarzt bringt: Wir kennen unsere Patienten genau und es besteht ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. So wissen wir, wie wir mit ihnen reden können und haben die Anamnese meist schon in der Praxis gespeichert.“ Nur, so die Allgemeinmedizinerin, es müsste endlich losgehen.

Damit ist sie sich mit dem Westerländer HNO-Arzt Dr. Elmar Quadt einig: „Ich habe vor zwei Wochen mit der Kassenärztlichen Vereinigung gesprochen, die wussten noch nichts. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich verstehe es nicht, warum so wenig Impfstoff vorhanden ist. Das müsste alles doch viel schneller gehen.“ Dem HNO-Spezialisten ist durchaus klar, dass mit der dazugehörigen Bürokratie viel Arbeit auf die Praxis zukommen wird, wenn man an der Impfaktion teilnimmt: „Wir sind auf jedem Fall dabei. Das ganze Team steht dazu, auch wenn das einige Überstunden kosten sollte. Das machen wir schließlich für unsere Patienten und letztendlich für unsere Insel.“

Noch ist nicht klar, welche Impfstoffe im Falle des Praxis-Einsatzes letztendlich zum Einsatz kommen werden.
Zur Zeit gibt es zwei Gruppen von Impfstoffen: Die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. „m“ steht für messenger (Bote), „RNA“ für Ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure). Die mRNA ist die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers und gelangt mit Hilfe winziger Fetttröpfchen in die Körperzellen. Diese stellen dann das Virusprotein her, gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.

Astra Zenecas Produkt mit dem Wirkstoff AZD1222 hingegen beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Auch hier bilden die Zellen mit Hilfe der Bauanleitung das Protein, und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen.
Beiden Präparat-Gruppen wird ein hoher Wirkungsgrad und ein nur geringes Nebenwirkungs-Risiko bescheinigt.

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