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Küstenschutz -Maßnahmen von Westerland bis Wenningstedt

Sandvorspülung am Hauptstrand

Foto: Peter Marnitz Ein Bauschild am Wennigstedter Hauptstrand mach deutlich, warum das dicke Rohr den Weg zum Flutsaum behindert.

Wenningstedt. (P.M.)Seit einigen Tagen liegt ein dickes rostbraunes Rohr auf dem Strand vor der Wenningstedter Strandpromenade. Es ist das sichtbare Zeichen für die aktuelle Sandvorspülung. Seit fast 50 Jahren wird mit solchen Sandvorspülungen die Sylter Küstenlinie stabilisiert und so die Insel kontinuierlich vor den Auswirkungen von Sturmfluten geschützt. Abschnitt für Abschnitt wird Sand weit vor der Küste von Spezialschiffen aufgenommen, um ihn dann auf die Strände zu pumpen.

Bei der aktuellen Aktion werden von Mitte April bis Mitte Oktober rund 1,1 Millionen Kubikmeter Sand auf rund 8,5 km Strandlänge zwischen dem Westerländer Strabdabschnitt „Seenot“ und dem Wenningstedter Hauptstrand aufgespült. Der Sand wird mit einem Spülschiff aus einem acht Kilometer vor der Küste liegenden Gebiet entnommen. Aus 15 bis 30 Metern Tiefe saugt der Bagger ein Wasser-Sand-Gemisch an Bord, wo das Wasser sofort abfließt. Nach über einer Stunde ist der Laderaum mit Sand gefüllt. Anschließend fährt das Spülschiff in Richtung Küste und nimmt 1,2 km davor das schwimmende Ende der Spülleitung auf. Mit viel Wasser wird der Sand innerhalb von einer Stunde dann an den Sylter Strand gepumpt und mit Planierraupen verteilt. Rund um die Uhr fährt der so genannte Hopperbagger zwischen beiden Positionen hin und her, etwa sechs Mal am Tag, sechs Monate lang.

In jedem Jahr wird vor der erfolgreichen Küstenschutz-Aktion auf Einladung des Landesbetriebs für Küstenschutz eine Strandbereisung mit Vertretern der Sylter Gemeinden veranstaltet. Dabei werden die Maßnahmen für die kommende Saison konkret festgelegt. In diesem Jahr fand die „Bereisung“ am 31. März Corona-bedingt virtuell statt.

Bei dieser Gelegenheit wurde unter anderm festgestellt, dass der jetzt bearbeitete Strandabschnitt kein ausreichendes Puffervolumen aufweist, um für kommde Flut- und Sturmereignisse geschützt zu sein. Zur Wiederherstellung eines ausreichenden Schutzes wurde die jetzige Strandaufspülung geplant. Letztmalig wurde in diesem Bereich im Jahr 1990/91 eine Strandaufspülung durchgeführt.
Weniger sichtbar, aber sehr wirkungsvoll, sind die Spülaktionen, bei denen das einige hundert Meter vor dem Spülsaum liegende Sand- riff wieder gestärkt wird. Das Riff ist eine natürliche Barriere mit der der Wellengang vor dem Strand abgemildert wird. Dabei füllt der Bagger direkt am Riff die entstandenen Lücken mit dem Sand-Wasser-Gemisch wieder auf.


Veröffentlicht am: 12.08.2021
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