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Wie sieht es seit Corona im hiesigen Standesamt aus?

Nur Sylter werden getraut

Foto: Pixabay

Von Frank Berno Timm

Insel Sylt. Auf nahezu alle Lebensbereiche wirkt sich die Pandemie aus – seit fast einem Jahr. Wird denn vor diesem Hintergrund überhaupt noch geheiratet? Und trennen sich Paare in diesen schwierigen Zeiten häufiger oder seltener als vor der Pandemie? Die „Sylter Zeitung“ fragte nach.

„Eine Entwicklung der Fallzahlen können wir zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich schwer beurteilen“, sagte Bürgermeister Nikolas Häckel. Im Jahr 2020 habe es lediglich rund 150 Trauungen weniger als in den Jahren zuvor gegeben – trotz vier Monaten Lockdown und ohne den Hörnumer Leuchtturm.Als die Insel offen war – von Mai bis Oktober – konnte sich die Verwaltung vor Terminanfragen kaum retten, „so dass wir in fast jedem Monat um die 100 Trauungen hatten.“ Im jetzigen Lockdown, dessen Ende nicht absehbar ist, gibt es laut Häckel nur Trauungen mit Syltern.

Es würden aktuell Termine bis Anfang August vergeben. Der Verwaltungschef fügte hinzu, es sei „bereits eine große Zurückhaltung bei den Reservierungen spürbar“. Die Menschen seien verunsichert, wie sie was planen könnten. Außerdem, so Häckel, gebe es Einschränkungen der Personenzahl bei Trauungen. „Das lässt viele erstmal abwarten.“
Wie viele Teilnehmer an einer Hochzeit sind nun genau möglich?
• Rathaus und Pesel: das Paar plus vier Personen
• Seefahrtsraum: das Paar plus zehn Menschen
• Kairem Rüm: das Paar plus zwei Personen
• Kaamp Hüs: das Paar plus 15 Personen
• Hörnumer Leuchtturm: geschlossen.

In der evangelischen Kirchengemeinde sieht es auf den ersten Blick ähnlich aus: Pastor Simon Ulrich berichtete, in dieser Jahreszeit „finden grundsätzlich sehr selten Trauungen statt“. Brautpaare, die sich jetzt hätten trauen wollen, hätten ihren Termin meist schon verschoben. Aber: Laut Ulrich sind Trauungen grundsätzlich möglich, ausgesetzt sind nur die regulären Sonntagsgottesdienste.

Und das Ende einer Ehe? Nach Zahlen des Statistikamtes Nord von 2018 wurden im Kreis Nordfriesland in jenem Jahr 318 Ehen geschieden, in ganz Schleswig-Holstein waren es exakt 6.036. Dabei fällt auf, dass die Zahlen in Hamburg-Nähe höher sind als auf dem Land. Am beständigsten sind Ehen offenbar im Kreis Schleswig-Flensburg (183), am unbeständigsten im Kreis Pinneberg (693 Scheidungen).
Und aktuell? Martin Wunderlich, Sprecher des Landgerichtsbezirks Flensburg, zu dem das Niebüller Amtsgericht gehört, erklärte auf Anfrage, für genaue Zahlen müsse erst das sogenannte Trennungsjahr abgewartet werden – also der Abstand zwischen dem Scheidungsantrag und dem eigentlichen Scheidungstermin. Verlässliche Angaben sind laut Wunderlich erst im nächsten Jahr zu bekommen.

Was bedeutet das nun? Wer heiraten will, wird meist warten, bis die Pandemie zu Ende ist. Und ob die Zahl der Scheidungen während der Pandemie gestiegen ist, wird sich erst in Zukunft zeigen.

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