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„Unser Ziel: Die 40-Prozent-Marke überschreiten“

Mit der CDU-Spitze im Gespräch

Foto: Wybke Wiegand Im Interview mit der Sylter Zeitung (v.l.): Carsten Kerkamm, Frank Zahel und Oliver Ewald.

Gemeinde Sylt. Sie kamen mit einem gesunden, mit einem optimistischen Selbstbewusstsein zum Interview in den Konferenzraum der Sylter Zeitung, die drei CDU-Politiker und Wahlkreiskandidaten Carsten Kerkamm, Vorsitzender der CDU der Gemeinde Sylt, Frank Zahel, CDU-Kreisvorstandsmitglied, und Oliver Ewald, Fraktionschef der CDU in der Gemeindevertretung. Unser Redaktionsmitglied Heiko Wiegand sprach mit ihnen fast eineinhalb Stunden über die Positionen und Ziele der Partei anlässlich der Kommunalwahl, die in vier Tagen, am Sonntag, 14. Mai, stattfindet.

Die CDU hat bei der letzten Kommunalwahl 2018 exakt 38,1 Prozent geholt. Wo sehen Sie die CDU? Und wann können Sie sagen: Es war eine gute Wahl?
Carsten Kerkamm: Unser Ziel ist natürlich wieder, mit großem Abstand stärkste Kraft zu werden.
Oliver Ewald: Für die Gemeinde wäre eine starke CDU gut, weil wir die Partei sind, die auch wirklich in allen Teilen der Gemeinde Sylt verwurzelt ist. Wir haben Kandidaten und Mitglieder in allen Ortsteilen. Wir sind die Volkspartei von Sylt.

Herr Kerkamm, wie viele Mitglieder hat die CDU der Gemeinde Sylt aktuell?
Wir haben nach dem neuesten Stand aktuell rund 170 Mitglieder.

Spielt es denn auch eine Rolle, dass die frühere Stadt Westerland und die kleineren Ortsteile der Gemeinde Sylt fast gleich vertreten sind?
Carsten Kerkamm: Die CDU ist die einzige Partei, die aus jedem einzelnen Dorf einen Kandidaten hat. Da sind wir sehr gut vertreten. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke. Und wir wollen junge Leute in die Politik bringen. Von zwölf Direktkandidaten für die Wahlkreise der Gemeinde Sylt haben wir sechs, die bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren nicht kandidiert haben.
Oliver Ewald: Seit der Fusion im Jahr 2009 sind wir als Einheit zusammengewachsen. Wir als CDU leben diese Einheit auch tatsächlich.
Carsten Kerkamm: Wenn ich das noch ergänzen darf: Es ist einfach wichtig, dass die Interessen der Menschen in allen Ortsteilen ernst genommen werden. Das ist uns gelungen, deshalb haben wir auch diesen großen Zulauf. Wir sind verlässlich und machen Politik mit Bedacht unter Abwägung sämtlicher Argumente für alle Bürgerinnen und Bürger

Das Kernpotenzial der Wählerschaft der CDU denkt eher pragmatisch als ideologisch. Wenn die Kernkompetenz der CDU auf Sylt der Pragmatismus ist, die Vernunft und eben nicht ideologische Ziele, was wäre für die CDU der Gemeinde Sylt an wesentlichen Punkten zu nennen?
Oliver Ewald: Für uns ist wichtig, dass Selbstverständlichkeiten wieder Selbstverständlichkeiten werden. Straßen müssen repariert werden, Beete gepflegt. Verwaltung muss wieder die Dienstleistung für den Bürger in den Vordergrund stellen und nicht ständig um sich selbst kreisen. Sportstätten müssen wieder funktionieren.
Carsten Kerkamm: Um an Ihre Frage anzuschließen, Herr Wiegand: Die CDU war, ist und bleibt eine ideologiefreie Partei. Wir agieren mit Vernunft und Augenmaß. Und das folgende Thema passt gut in den Kontext: Wir sind hier auf Sylt kein rechtsfreier Raum! Das gilt für alle! Der Rechtsstaat ist in jeder Hinsicht zu respektieren – und zwar von jedem! Und solche Szenen, wie sie sich im vergangenen Jahr durch die Punker hier in der Innenstadt abgespielt haben, darf es nicht nochmal geben. Dies führt zu einer großen Unzufriedenheit. Viele Bürger haben sich dadurch sehr benachteiligt und in ihrer Freiheit eingeschränkt gefühlt. Wir als CDU haben eine klare Linie: So etwas darf nicht wieder vorkommen! Hierfür haben wir auch geeignete Maßnahmen vorgeschlagen. Wir sind eine Partei, die für die Sicherheit ihrer Bürger sorgt.

Dann möchte ich konkret fragen: Was schlägt die CDU denn genau vor, um solche Vorfälle, wir wir sie im vergangenen Jahr erleben mussten, in diesem Jahr zu vermeiden?
Carsten Kerkamm: Es geht um die deutliche Verstärkung eines Sicherheitsdienstes. Und dieser Sicherheitsdienst muss die gesamte Zeit anwesend sein, und zwar mit geeigneten Kräften. Wenn man sich nicht an die Gesetze/Verordnungen hält, ist dies konsequent zu sanktionieren..
Frank Zahel: Recht und Gesetz gelten für alle gleichermaßen.
Oliver Ewald: Hätten sich unsere Kinder erlaubt dort zu zelten, wäre das Camp garantiert sofort abgebrochen worden.

Sollten öffentliche Plätze nicht von allen Bürgern genutzt werden dürfen – auch und gerade mitten in Westerland?
Carsten Kerkamm: Wir wollen unsere öffentlichen Plätze für alle schützen. Jeder soll das Recht haben, sich an einem bestimmten Platz aufzuhalten. Und nicht nur eine Gruppe.

Anderes Thema: Aus unserer Leserschaft kam vor kurzem der Vorschlag: Liebe Sylter Zeitung, macht doch mal eine Aktion, dass die größten Schlaglöcher in der Gemeinde Sylt fotografiert werden und der mit dem größten Schlagloch bekommt 50 Euro. Wir denken über diesen Vorschlag ernsthaft nach. Kann sich denn die CDU zu diesem Thema, dass die Straßen hier wirklich flächendeckend am Ende sind, einmal äußern?
Frank Zahel: Die Fachabteilungen müssen weiter unterstützt werden, auch personell. Davor verschließen wir uns überhaupt nicht. Wir haben dafür zusätzliche Mitarbeiterstellen freigegeben. Aber das Rathaus verwaltet sich kaputt.
Carsten Kerkamm: Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir für ordentliche Straßen und Wege zu sorgen haben, ohne Gefahr für die Bürger. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, auch im Rahmen der Gefahrenabwehr.
Oliver Ewald: Die Straßen zu sanieren, hätte man übrigens schon während der Haushaltssperre machen können. In der Corona-Zeit war auf der Insel nichts los, diese Zeit hätte man für die Straßensanierung sehr gut nutzen können.
Frank Zahel: Wir haben auf der Insel palettenweise Fertigasphalt stehen, der nicht verwendet wird. Warum? Das weiß kein Mensch!
Thema Beherbergungskonzept: Viele Sylter Kleinvermieter haben Sorge, dass sie deswegen die Ferienwohnung in ihrem Haus nicht mehr an Feriengäste vermieten können und deswegen eventuell sogar gezwungen sind zu verkaufen. Können Sie diese Sorgen nehmen?
Carsten Kerkamm: Dies darf und wird nicht passieren. Hierauf hatten wir bei der Umsetzungsstrategie zum Beherbergungskonzept ein besonderes Augenmerk. Deswegen wurde beschlossen, dass in den Bebauungsplänen der Erhalt gewachsener Strukturen zu berücksichtigen ist. Hierauf werden wir bei der Umsetzung der Bebauungspläne sehr genau achten, insbesondere auch zum Schutze der Sylter Klein- und Kleinstvermieter, damit deren Lebensgrundlage, nämlich die Feriengastvermietung erhalten bleibt. Im übrigen möchte ich auch der Verwaltung danken, für die mit Augenmaß unter Berücksichtigung der rechtlichen Gegebenheiten entwickelte Umsetzungsstrategie zum Beherbergungkonzept.
Oliver Ewald: Wir wollen dies gemeinsam mit den Menschen entwickeln und sie mitnehmen.
Frank Zahel: Der Tourismus ist die Lebensader vieler Sylter. Die muss erhalten bleiben

Meine vorletzte Frage: Wie sieht die CDU der Gemeinde Sylt die Prognose von ISTS-Chef Peter Douven, dass die Zahl der Übernachtungen in diesem Jahr etwa sechs Prozent niedriger sein könnte als im vergangenen Jahr?
Oliver Ewald: Wenn wir davon ausgehen, dass diese Prognosen stimmen, dann wird sich das natürlich auch auf die Finanzen der Gemeinde auswirken. Das ist ein Kernthema der CDU. Gerade vor diesem Hintergrund müssen wir in Zukunft unser Geld vernünftig ausgeben, auch in der Verwaltung.

Letzte Frage: Die Antwort, dass die CDU bei dieser Kommunalwahl klar stärkste Partei werden möchte, ist mir ein bisschen zu wenig. Geht‘s doch ein wenig genauer? Butter bei die Fische!
Carsten Kerkamm (lacht): Unser Ziel ist, die 40-Prozent-Marke zu überschreiten.
Oliver Ewald: Das sehe ich auch so.
Frank Zahel: 40 Prozent plus x, weil wir das beste Team sind!


Geschrieben von: Redaktion / veröffentlicht am: 09.05.2023
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