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Kriminalstatistik 2020: Trotz Corona mehr Kriminalität in Nordfriesland

Mehr Gewalt in Partnerschaften

Foto: pixabay Zugenommen haben im Kreis Nordfriesland sexuelle Missbräuche an Kindern: Es gab 25 Anzeigen, im Jahr 2019 waren es noch 17.

Von Frank Berno Timm

Insel Sylt. Einmal im Jahr legt die Polizei die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik vor. Die Ausgabe 2020 für das Land Schleswig-Holstein umfasst 240, für die Polizeidirektion Flensburg 44 Seiten. Letztere bearbeitet nicht nur den Kreis Nordfriesland, sondern auch die Stadt Flensburg und den Landkreis Schleswig-Flensburg. Im Kreis Nordfriesland gibt es durchaus Entwicklungen gegen den Landestrend. Im vergangenen Jahr sind die Zahlen trotz Corona gestiegen, während sie landesweit gesunken sind. Maßgeblich ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Sie drückt die Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner aus und beläuft sich im Kreis auf 5.088. Die Polizei bezeichnet das als „dichtes Mittelfeld“. Insgesamt sei der ländlich strukturierte Kreis Nordfriesland weniger mit Kriminalität belastet. „Selbst die Tourismushochburgen auf den Inseln und dem Festland bilden da keine Ausnahmen“, heißt es in dem Flensburger Polizeipapier, dort würden „kriminalitätsferne Milieus auf der Suche nach Naturerlebnissen“ angezogen.

Die Statistik reiht ihre Erhebungen nach einzelnen Delikten mit diesen Häufigkeitszahlen auf. Die wichtigsten Ergebnisse (Zahlen des Vorjahres immer in Klammern): 2020 gab es vier Straftaten (0) gegen das Leben. Sie sind alle aufgeklärt worden. Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stiegen in den vergangenen fünf Jahren deutlich an – im vergangenen Jahr waren es 130 Fälle (119). Allerdings können nun auch sexuelle Belästigungen als Sexualstraftaten geahndet werden. Die Polizei fügt hinzu, es sei von einer „erhöhten Sensibilität“ auszugehen. In den Bereichen Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen und Übergriffe ist die Zahl mit 13 (16) leicht gesunken.

Zugenommen haben sexuelle Missbräuche an Kindern: Es gab 25 (17) Anzeigen. Raub und Körperverletzungen nennt die Polizei Roheitsdelikte, ihre Zahl ist gesunken: 1.411 Anzeigen aus 2020 stehen 1.485 aus dem Jahr 2019 gegenüber. Die Raub-Zahlen gingen auf 40 (48) zurück. Leicht rückläufig sind mit 976 Fällen (1.075) die Körperverletzungen. Allerdings nahmen schwere oder gefährliche Körperletzungen auf 206 Anzeigen (193) zu. Diebstähle gab es 2.483 (2.859), Wohnungseinbrüche 136 (137). Im Laden wurde 342 mal (337) gestohlen. Angezeigt wurden im Kreis Nordfriesland außerdem 1.204 Vermögens- oder Fälschungsdelikte (1.251).

Landesweit ist die Kriminalität laut Innenministerium auf den Stand von 1977 gesunken, die Aufklärungsquote stieg auf 55,8 Prozent (höchster Stand seit 1963). Die Entwicklungen, heißt es weiter, seien in vielen Bereichen durch pandemiebedingte Faktoren geprägt worden. Allerdings sei die Anzahl von Taten im direkten Zusammenhang mit Corona sehr gering. Aber: Die Zahlen von Partnerschaftsgewalt stiegen um 3,7 Prozent, liegen aber wahrscheinlich höher, weil es für die Monate Oktober bis Dezember noch keine verlässlichen Zahlen gibt, heißt es in der Mitteilung des Innenministeriums abschließend.

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