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Im Endspiel: CDU-Kandidat Clemens Raab

„Klar für den Wechsel gestimmt“

Foto: Archiv Clemens Raab tritt am kommenden Sonntag, 28. März, zur Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Sylt an.

Herr Raab, Sie hatten sich mehr vorgestellt als 32,5 Prozent im ersten Wahlgang. Das ist nicht mal ein Drittel der abgegebenen Stimmen. Woran lag’s?
Ich habe nicht alle die persönlich erreichen können, die ich hätte erreichen müssen. Ich bin auf viel positives Feedback gestoßen, aber das hat eben zunächst einmal noch nicht genügt.

Welchen Schluss ziehen Sie daraus?
Ich kann in persönlichen Gesprächen mehr erreichen, deshalb gehe ich in diesen Tagen gemeinsam mit einem Parteifreund tatsächlich von Haus zu Haus, um den persönlichen Kontakt zu suchen. Dabei stoße ich auf viel positive Resonanz.

Wie wollen Sie jetzt in nicht einmal mehr einer halben Woche den Spieß noch umdrehen?
Ich werde weiter von Haustür zu Haustür gehen, noch mehr persönliche Kontakte suchen – und ich werde einen Brief schreiben an alle Sylterinnen und Sylter, die bei uns in der Gemeinde wohnen. Diesen Brief habe ich sehr persönlich gehalten, und darin möchte ich darauf hinweisen, dass ein Neustart nur mit mir möglich ist.

Wie hat Ihre Partei auf das Ergebnis vom 7. März reagiert?
Wir haben festgestellt, dass unser erstes Ziel, nämlich in die Stichwahl zu kommen, erreicht ist. Und jetzt geht es darum, noch besser aufzuspielen, noch mehr Bürger zu erreichen. Denn eines hat die erste Bürgermeisterwahl auch gezeigt: Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler hat klar für den Wechsel gestimmt.
Ich hatte eine tolle Unterstützung aus der Partei – und habe sie immer noch. Und ich habe eine tolle Unterstützung von der Wählergemeinschaft ,Die Insulaner‘ erfahren. Die haben nämlich in diesen Tagen noch Plakate hinzugefügt, die meine Wahl zum Bürgermeister unterstützen. Ein schönes, schlichtes Plakat. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Gibt es noch einmal neue Themenschwerpunkte für das am Sonntag anstehende Endspiel?
Ja, wir erkennen nach dem ersten Wahlgang drastische Defizite, die unter dem derzeit amtierenden Bürgermeister entstanden sind und auf die die Kreisverwaltung in einem sehr deutlich formulierten Brief hingewiesen hat. Herrn Häckel liegt dieses Schreiben ebenfalls vor. Wir stehen bei uns in der Gemeinde Sylt faktisch unter einer Haushaltssperre, weil Häckel einfach schwere handwerkliche Fehler zu verantworten hat.

Was sind das für Fehler und was folgt daraus?
Die Gemeinde Sylt darf derzeit praktisch kein Geld ausgeben. Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel in diesem Jahr keine 800.000 Euro für den Multipark am Syltstadion ausgegeben werden dürfen. Für den Ausbau unserer Radwege sind für dieses Jahr über eine Million Euro vorgesehen, für die Neugestaltung der Kinderspielplätze in der Wohnsiedlung Süd und in Morsum 250.000 Euro, für die Sanierung der Sporthalle am Fliegerhorst 138.000 Euro für Brandschutz. Und in neue Feuerwehrfahrzeuge sollten in diesem Jahr 780.000 Euro investiert werden. Das steckt jetzt alles fest, weil wir, wie gesagt, faktisch unter einer Haushaltssperre stehen. Wir dürfen nur ausgeben, zu was wir rechtlich verpflichtet sind.

Hat das auch Auswirkungen auf den Wohnungsbau in der Gemeinde?
Ja, natürlich. Von der Haushaltssperre sind beispielsweise auch die Kosten betroffen, die für die Überplanung des Wohnquartiers Westhedig vorgesehen sind. Das wird zu Verzögerungen führen, wenn es um neue Wohnungen in der Gemeinde Sylt geht. Und auch die Feuerwache in Tinnum kann jetzt erst später gebaut werden, weil für den Erwerb des Grundstücks unweit der Boy-Lornsen-Schule ebenfalls kein Geld zur Verfügung steht.

Gibt es weitere Vorhaben, die derzeit auf Eis liegen?
Für die EDV der Inselverwaltung sind 139.000 Euro eingestellt, die jetzt nicht abgerufen werden können. Auch im Kita-Bereich kann nicht ausgebaut werden, weil die dafür eingestellten 100.000 Euro derzeit gesperrt sind. Das betrifft die Kita Alte Realschule, den Hort in der St.-Nicolai-Schule und die Kita Am Nordkamp. Ich kann jetzt munter weiter machen: Die Politik fordert seit längerer Zeit ein Fremdenbeherbergungskonzept, damit wir wissen, wie viele Touristen in welchen Quartieren bei uns zu Gaste sein können. Außerdem braucht Westerland dringend ein Parkleitsystem. Und im ,Tinem Hus‘ fehlen dieses Jahr 110.000 Euro für die Sanierung.

Wie konnte es dazu kommen?
Ich will hier eines klarstellen: es geht nicht um die hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unsere Finanzverwaltung. Hier wurden Fehler an anderer Stelle gemacht. Der Bürgermeister hat seine eigenen Zeitziele nicht eingehalten. Die Kritik des Kreises daran ist sehr klar formuliert.

Was heißt das jetzt konkret für Sie als Bürgermeisterkandidat?
Ich möchte jetzt allen Wahlberechtigten aufzeigen, dass wir vor dem Hintergrund dieser immensen Probleme dringend einen Wechsel brauchen. Ich stelle dafür meine 20-jährige Erfahrung als Finanzexperte gerne zur Verfügung. Ich bin Betriebswirt, und das ist meine Stärke.

Nochmal zu einem Themenwechsel: Wo gab es von den Syltern, Sie betreffend, Kritik?
Kritik mir gegenüber wurde in der Form formuliert, dass jetzt ein Banker übernehmen soll, der zu wirtschaftsfreundlich ist. Dazu kann ich nur sagen, dass ich mit Investoren auf der Insel nicht verbunden bin und mit ihnen nichts zu tun habe. Ich arbeite beruflich ausschließlich im Privatkundenbereich meines Arbeitgebers. Ich bin Finanzdienstleister einer Bank und möchte für meine Kunden die bestmögliche Dienstleistung erreichen. Das möchte ich auch für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Sylt, wenn es um Dienstleistungen der Verwaltung geht.

Wo gab’s Lob?
In vielen persönlichen Gesprächen habe ich erfahren, dass man in mir eine Person erkannt hat, die offen, freundlich und zugewandt auf die Bürgerinnen und Bürger zugeht. Ich kann Bürgernähe – und das haben viele Sylterinnen und Sylter offensichtlich mitbekommen. Ich werde mein Bestes geben, um in den nächsten Tagen noch viele davon zu überzeugen – so viele, dass es am Ende reichen wird.

Was glauben Sie, wann die Insel in diesem Jahr aufgeht?
Ich würde mich freuen, wenn im April geöffnet werden könnte, aber – gerade vor dem Hintergrund der steigenden Inzidenzzahlen – wohl erst nach Ostern. Für eine Öffnung zu Ostern ist einfach die Gefahr zu hoch. Wenn wir öffnen, muss es drei elementare Voraussetzungen dafür geben.

Und die wären?
Erstens: Die Touristen müssen bei Anreise einen negativen Test vorweisen.
Zweitens: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier auf der Insel sollten auch mindestens einmal pro Woche getestet werden – das sind wir uns selbst schuldig.
Drittens: Die Luca-App muss auf der Insel eine möglichst weite Verbreitung finden.
Wenn wir das alles hinkriegen, dann schaffen wir es, die Insel auch dann offen zu lassen, wenn die Inzidenzen leider wieder steigen.

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