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Beherbergungskonzept: Entscheidung einstimmig

Keine neuen Ferienwohnungen

Foto: Nicole Lütke Das Beherbergungskonzept war auch Thema der Veranstaltung von „Merret reicht‘s“ mit dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (2.v.l.).

Westerland. So viel Einigkeit war selten: Der Bauausschuss der Gemeinde Sylt stimmte am Montagabend einstimmig für das Beherbergungskonzept. Dem Bau neuer Ferienwohnungen ist damit ein Riegel vorgeschoben – ein deutliches Signal, über alle Parteigrenzen hinweg.

Viele Einwohner waren gekommen, um mit Spannung zu verfolgen, ob die Gemeinde die Weichen für eine neue Strategie bezüglich Ferienwohnungen neu stellen würde. Und die ist auch dringend notwendig: Stadtentwicklungsexperte Uwe Mantik von der Beratungsgesellschaft Cima hat in seinem Gutachten, das von der Gemeinde Sylt in Auftrag gegeben wurde, eindeutig belegt: Das Verhältnis von Ferienunterkünften und Dauerwohnraum steht in einem krassen Missverhältnis. „Dieser Analyse können wir als Kreis uneingeschränkt folgen“, erklärte Burkhard Jansen, Leiter des Bauamtes des Kreises Nordfriesland.

Der „Overtourism“ ist auf Sylt angekommen, sagte Jansen weiter. „Das Angebot an Ferienwohnungen sprengt den Rahmen und hat Folgen für den Naturraum.“
Das Problem wird allerdings nicht allein dadurch gelöst, dass keine neuen Ferienwohnungen mehr gebaut werden. Jansen schätzt, dass mindestens ein Viertel der bereits bestehenden Ferienwohungen nicht genehmigt ist. „Da muss die Bauaufsicht des Kreises aktiver werden und das Problem ordnungsbehördlich lösen“, so Jansen.

Das Beherberungskonzept ist eine „vernünftige Basis“, für ein städtebauliches Entwicklungskonzept, das nun folgen muss. Das bekräftigte auch Uwe Mantik, der per Video zugeschaltet war. „Das Beherbergungskonzept ist ein erster, zentraler Schritt, um die gegenwärtige Situation zu verändern.“ Mit dem Beschluss geht die richtige Arbeit erst los, betonte Mantik. Dazu braucht es personelle und finanzielle Ressourcen der Gemeinde und vor allem des Kreises. Der Leiter des Kreis-Bauamtes bestätigte, dass die Bauaufsicht personell aufgestockt wird – zur Zeit ist die Abteilung mit 4,5 Stellen besetzt. Das wiederum muss der Kreistag beschließen.

Im kommenden Jahr soll es mehr Kontrollen auf der Insel geben, durch die überprüft wird, welche Ferienwohnung angemeldet und damit legal ist. Es könnte sein, dass es einige Ferienwohnungen gibt, die diese Überprüfung nicht überstehen, erklärte Jansen. Andere dagegen könnten im Nachhinein legalisiert werden. „Es geht darum, die Zahl auf ein gesundes Maß zurückzuführen und keinen weiteren Zuzwachs zuzulassen.“

Ob die anderen Gemeinden – Wenningstedt, Kampen, List und Hörnum – beim Beherbergungskonzept mit im Boot sind, ist noch offen. Der Beschluss soll jedoch mit den anderen Bürgermeistern diskutiert werden, kündigte der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel, an.


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 13.09.2022
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