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C.P.-Hansen-Kuratorium ehrt Friesisch-Lehrerin Britta Frank

Identifikation mit der Heimat Sylt

Foto: oh Britta Frank (2.v.l.) wurde vom Kuratorium (Vorsitzende Maren Jessen, links, stellvertretende Vorsitzende Maren Diedrichsen und Schatzmeister Arnold Bussius) mit dem C.-P.-Hansen-Preis für ihre Verdienste für den Erhalt des Sölring ausgezeichnet.

Insel Sylt. Eine gemeinsame Sprache schafft Identität, Heimat – ja, ein Zuhause. Der Philosoph Descartes soll gesagt haben: „Ich denke, also bin ich.“ Dieser Satz beschreibt die Beziehung zwischen Denken, Sprache und eigener Identität. Die Person wird durch ihre Sprache geprägt; die Sprache selbst hat ihre eigene Kultur und spiegelt dadurch die Identität ihres Sprechers wider.

Mit einer Sprachgemeinschaft wählt man gleichzeitig die Kultur dieser Gemeinschaft. Es gibt keine Sprache ohne Kultur und keine Kultur ohne Sprache.

Viele Menschen setzen sich für den Erhalt der friesischen Sprache und der besonderen Traditionen ein – eine von ihnen ist die Lehrerin Britta Frank. Für ihre Verdienste wurde sie mit dem C.-P.-Hansen-Preis ausgezeichnet. Dieser geht an Menschen, die „nicht müde werden, sich für das Überleben unserer Sölring Aart en Wiis stark zu machen“, erklärte Maren Jessen, Vorsitzende der Sölring Foriining.

Gemeinsam mit 16 Vertretern aus den Inselgemeinden, der Friisk Foriining und dem Sylter Archiv zeichnet die Sölring Foriining engagierte Menschen aus – und ohne Frage hat sich Frank um den Erhalt der friesischen Kultur verdient gemacht. Der Landtagsabgeordnete Lars Harms hielt die Laudatio und wusste zu berichten, dass die Friesisch-Lehrerin täglich mehr als anderthalb Stunden Bahnfahrt auf sich nimmt, um an verschiedenen Schulen Sölring zu unterrichten – und das seit zwölf Jahren.

Sie opfere viele Stunden, um Unterrichtsmaterialien zusammenzustellen, denn es gibt so gut wie keines. Sie habe damit nicht nur zahlreiche Kinder das Sölring gelehrt, sondern auch Lehrmaterial und eine entsprechende Pädagogik entwickelt, sodass Kindern die Sprache strukturiert beigebracht werden kann.
„Sprache ist etwas Großartiges“, bekannte die Geehrte, gab aber auch zu bedenken, dass eine Stunde Unterricht in friesischer Sprache pro Woche von der ersten bis zur vierten Klasse nicht ausreiche, um aus den Kindern echte Muttersprachler zu machen. „Da braucht es Unterstützung von anderen Seiten.“


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 20.12.2022
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