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Gestaltung der Westerländer Innenstadt

Gemeinsam gegen den Leerstand

Foto: Sylt Connected

Westerland. Wer in diesen Tagen durch die Fußgängerzone geht, kommt nicht nur an geschlossenen Geschäften vorbei, die gerade in den Betriebsferien sind, sondern auch an Ladenlokalen, die komplett leer stehen. Sie bieten ein tristes Bild und stehen stellvertretend für den Gesamteindruck, den die Mitte der Insel momentan abgibt. So sehen es jedenfalls der Verein Sylter Unternehmer und die Sylt Marketing GmbH (SMG). Beide appellieren jetzt dafür, dass sich alle Verantwortlichen gemeinsam diesem Thema annehmen.
„Es geht ja nicht nur darum, ein paar Mülleimer auszutauschen“, erklärt Ronald Glauth. Das gesamte Projekt brauche einen Kümmerer – eine Person, die den gesamten Prozess koordiniere, so der Geschäftsführer des Vereins Sylter Unternehmer. Das sieht auch Moritz Luft so: „Wir verlieren uns momentan in Aktionismus.

Dabei muss jetzt eine Vision entwickelt werden, wie in zehn Jahren die Innenstadt aussehen soll. Um das zu schaffen, brauchen wir insbesondere die Mitwirkung von Politik und Verwaltung.“
Bereits im Jahr 2018 haben beide Institutionen das Thema Innenstadtgestaltung auf die Agenda gesetzt, als sie gemeinsam einen Stadtmarketing-Tag ausgerichtet haben. Zuletzt legten sie im vergangenen September unter dem Titel „Partizipative Weiterentwicklung der Westerländer Innenstadt“ eine Diskussionsgrundlage vor, um mit Verwaltung und Politik ins Gespräch zu kommen. Seitdem warten Sylter Unternehmer und Sylt Marketing auf eine Reaktion.

Bürgermeister Nikolas Häckel erklärt dazu, dass es von Seiten der Verwaltung bereits zahlreiche Vorschläge gab, die auch in einigen Ausschüssen vorgestellt wurden: „Das Thema liegt jetzt bei Bürgervorsteher Frank Zahel auf dem Tisch.“ Dieser sieht sich im Zeitplan: „Aufgrund von Corona sind viele Sitzungen ausgefallen oder verkürzt worden. Daher können wir uns momentan nicht um jedes Thema so kümmern, wie wir das gerne wollen. Mein Wunsch ist es, dass das Thema in der nächsten oder übernächsten Gemeindevertretersitzung auf die Tagesordnung kommt.“
Mit der Frage, was aus der Möblierung der Fußgängerzone wird, wo Begegnungsstätten geschaffen werden können oder wie eine sinnvolle Zwischennutzung von leerstehenden Geschäften aussieht, beschäftigt sich nicht nur die Insel Sylt. Bundesweit stehen Kommunen vor der Herausforderung, Rezepte gegen das Aussterben und für eine Neuorientierung der Innenstädte zu finden. Waren sie vor Jahren noch die Zentren für den Konsum, konzentriert sich dieser mittlerweile zunehmend auf den Online-Handel.

Und wo sich früher Geschäft an Geschäft reihten, braucht es jetzt eine Mischung aus verschiedenen Angeboten – Wohnen, Handel, Gastronomie und Kultur – um, wie im Falle von Westerland, Insulaner und Gäste wieder ins Zentrum der Stadt zu bewegen.

Auch der Rantumer Hafen und Keitum sind für Moritz Luft weitere Beispiele, wo in ähnlicher Weise Nachholbedarf bestünde. „Die Angebote dort sind gut. Aber es wird zuviel durch das Gebiet gefahren, um zu den jeweiligen Highlights zu kommen“, plädiert er für ein besseres Besucherlenkungssystem.

Auch der ausufernde Verkehr in der Hauptsaison in Westerland entsteht seiner Meinung oftmals, weil Gäste auf der Suche nach einem Parkplatz sind. „Um solche Probleme zu lösen, brauchen wir den Austausch aller Beteiliigten“, so Luft.

Am Geld solle es dabei nicht scheitern. Das sei auch das Signal, dass man zu dem Thema aus der überregionalen Politik bekomme, so Ronald Glauth. „Es gab einen Fördertopf vom Land, der mittlerweile von anderen Kommunen genutzt wurde und ausgeschöpft ist. Aber solche Angebote wird es wieder geben. Und dann müssen wir vorbereitet sein.“
Beiden Akteuren ist es dabei wichtig, die Insulaner in den gesamten Prozess einzubinden. „Tourismus auf Sylt darf kein Selbstzweck sein. Sylter und Gäste müssen sich gleichermaßen auf der Insel wohlfühlen“, so Moritz Luft. Und ein wichtiger Schritt, um dies zu erreichen, sei es, aus der Westerländer Innenstadt wieder die „gute Stube“ der Insel zu machen.


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 01.02.2022
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