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Im Hörnumer Hafen wurde die Bekämpfung eines Ölteppichs geübt

Für den Ernstfall gewappnet

Foto: Sylt Connected Die zu Übungszwecken freiwillig ins Wasser gestürzte Person war in Windeseile wieder gerettet.

Hörnum. „Mann über Bord“ – als er diese Worte hörte, musste Michael Schläger, stellvertretender Leiter der DRK-Wasserwacht, sich beeilen. In solchen Fällen geht es um Sekunden – gerade, wenn das Hafenbecken mit Dieselöl vollgelaufen und die Situation kritisch ist. Zum Glück handelte es sich bei dem Vorfall kürzlich im Hörnumer Hafen um eine Übung.
Schaulustige erlebten an diesem Vormittag im Inselsüden eine Menge: Während sich einige Hörnumer auf einen gemütlichen Flohmarktbesuch eingestellt hatten, sahen sie sich plötzlich umgeben von Ehrenamtlern der Feuerwehren Hörnum und Westerland, des Technischen Hilfswerks (THW) aus Niebüll, Tönning, Meldorf und Pinneberg, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Löschzugs Gefahrengut (LZG) und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – insgesamt mehr als einhundert Ehrenamtler.

Für sie alle bedeutete der Übungseinsatz Konzentration, Einsatzbereitschaft – und nicht zuletzt ein Wiedersehen mit Kollegen: Nach drei Jahren pandemiebedingter Pause konnte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN SH) endlich wieder Feuerwehrübungen dieser Größenordnung stattfinden lassen. Das Szenario: 2.000 Liter (fiktives) Dieselöl waren ins Hafenbecken gelaufen und mussten mit schwimmenden Ölsperren eingegrenzt und in einen Schwimmbassin gepumpt werden.

Wie wichtig das Üben solcher Situationen ist, zeigte sich erst im September vergangenen Jahres: Damals verlor ein Fischkutter im Hörnumer Hafen ähnlich große Mengen Treibstoff, mit dessen Entfernung die Einsatzkräfte tagelang beschäftigt waren. Hörnums Wehrführer Dieter Mordhorst musste damals Verstärkung anfordern: „Wir haben als erstes die Fachkräfte Ölwehr der Westerländer Feuerwehr alarmiert, dann aber relativ schnell festgestellt, dass unser vorhandenes Equipment nicht ausreichte.“

Ist der Ölteppich zu groß, um von den Ortswehren allein bekämpft zu werden, informieren sie den LKN als für die Ölbekämpfung zuständigen Betrieb. Dieser kann das THW an den Einsatzort schicken, selbst anrücken oder bei Bedarf einen Krisenstab bilden. Sollte das nicht ausreichen, wird als letzter Schritt das Havariekommando in Cuxhaven alarmiert.

Auch diese Zuständigkeiten waren Teil der Übung. Denn im Ernstfall muss klar sein, wer wann für was zuständig ist. Szenarien in dieser Größenordnung seien nicht selten, berichtet LKN-Einsatzleiter Karl-August Lorenzen: „Umso wichtiger ist es, dass Feuerwehren und THW mit den zum Teil neuen und weiterentwickelten Geräten klarkommen.“ Dies lief am Samstag besser als erwartet: „Die Einsatzkräfte haben sich so schnell mit der neuen Ausstattung vertraut gemacht, dass wir die Übung 45 Minuten früher beenden konnten als geplant.“ Daran konnten auch Überraschungen wie der besagte „Mann über Bord“ nichts ändern: Ulf Schmidt, Leiter der DRK Wasserwacht, war von seinem Stellvertreter schnell und sicher wieder an Land gebracht worden.


Geschrieben von: Sylt Connected / veröffentlicht am: 24.05.2022
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