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Das DRK Westerland in Corona-Zeiten

Ein ganz besonderer Alltag

Foto: DRK Sylt Gehört für Rettungsassistent Herwig Schattner inzwischen zum Alltag: Die gründliche Desinfektion der Einsatzfahrzeuge zum Schutz vor Corona-Viren.

Insel Sylt.(red) Wer würde in diesen Zeiten freiwillig den direkten Kontakt zu einem Corona-Infizierten suchen? Es gibt solche Menschen, die dies bewusst tun – und das aus nachvollziehbaren Gründen. Herwig Schattner ist einer von ihnen: Als Rettungsassistent des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sylt/Westerland hat er bislang schon mindestens dreimal Corona-Patienten in die Nordseeklinik transportiert.

Vieles hat Herwig Schattner, seit 1985 hauptamtlich beim DRK-Rettungsdienst tätig und damit der dienstälteste Mitarbeiter, in all den Jahren beruflich erlebt, doch Corona stellte auch ihn vor neue Herausforderungen. „Die Angst fährt bei der Arbeit nicht mit, aber der Respekt vor dem Virus ist natürlich da“, betont Herwig Schattner. Und deshalb trifft er wie auch seine 25 Kolleginnen und Kollegen vor jedem Einsatz besondere Schutzmaßnahmen, denn: „Wir wollen das Virus natürlich nicht bekommen und es auch nicht weitertragen.“

Herwig Schattner: „Auch bei normalen Einsätzen gehören FFP-2-Masken und Handschuhe zur Standardausrüstung. Bei einem Corona-Verdachtsfall – wenn der Patient etwa Fieber hat – ziehen wir zusätzlich Schutzkittel an. Und bei einem klaren Corona-Befund, wie ich es schon dreimal erlebt habe, trage ich einen Ganzkörper-Schutzanzug mit Schutzbrille.“ An- und Auskleiden kostet jeden Mitarbeiter zusätzliche Zeit, aber mehr noch die Reinigung des Kranken- oder Rettungstransport-Wagens nach einer Fahrt: Alle Kontakt- und Oberflächen müssen gründlich desinfiziert werden. Damit das Mittel gründlich einwirken kann, wird das betreffende Fahrzeug anschließend für eineinhalb Stunden buchstäblich aus dem Verkehr gezogen.

Doch nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern auch andere Gewohnheiten haben sich für Herwig Schattner und seine Kolleginnen und Kollegen durch Corona verändert. Obwohl man sich zum Teil 24 Stunden lang gemeinsam in der Rettungswache aufhält, sind angenehme Gepflogenheiten wie gemeinsames fernsehen oder das gemeinsame Frühstück tabu. „Das bedauern wir alle sehr, wenngleich die Maßnahmen unerlässlich sind.“ Und auch in der Freizeit sind die Rettungskräfte des DRK Sylt/Westerland angewiesen, ihre privaten Kontakte so gering wie möglich zu halten.

Damit das DRK aufgrund seiner wichtigen Aufgaben möglichst keinerlei personelle Ausfälle durch Corona verbuchen muss, was bislang erfolgreich gelungen ist, setzt DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Kroll im Bedarfsfall auf weitere Sicherheitsaspekte: „Als die Inzidenzwerte auf den Inseln relativ hoch waren, wurden zum einen feste Rettungsteams eingesetzt, um etwaige Queransteckungen zu vermeiden. Zusätzlich haben wir den Rettungsdienst dezentralisiert, indem Einsatzfahrzeuge auch außerhalb der Rettungswache an verschiedenen Standorten positioniert wurden.“

In diesem Zusammenhang zeigt Kroll Unverständnis dafür, dass selbst der Rettungsdienst vom Kreisgesundheitsamt keinerlei Zahlen erhält, wie viele Menschen auf Sylt infiziert sind oder sich in Quarantäne befinden. „Wir können die Zahlen nur auf der Grundlage von Rückmeldungen seitens der Nordseeklinik schätzen.“

Auf das Engagement seines Teams ist der DRK-Geschäftsführer stolz: „Alle ziehen vorbildlich mit. Und auch wenn Infektionsfälle wie der – derzeit übrigens gar nicht auftretende – Norovirus auch vor Corona zu unserem Alltag gehörten, ist diese Situation doch für alle eine besondere.“ Immerhin: Die DRK-Rettungskräfte begleitet auf ihren Fahrten bald ein sichereres Gefühl: Nachdem alle ihre erste Immunspritze erhielten, steht in Kürze die zweite Impfung an.

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