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Living History in Keitum

Ein Dorf wird zur Bühne

Foto: oh

Keitum.(red/hwi) In der Kategorie „authentisch, berührend, friesisch“ würde im diesjährigen Veranstaltungsrahmen das „Living History Projekt Keitum“ den Insel-Oskar abräumen. Wenn es ihn gäbe…
Denn das, was rund zwei Dutzend Einheimische ehrenamtlich unter der Leitung der Gästeführerin Silke von Bremen und mit Unterstützung der Sölring Foriining auf die „Bühne“ bringen, ist bemerkenswert. Keitum, dessen verschlungene Wege von jahrhundertealten Friesenhäusern gesäumt sind, hütet hinter seinen alten Mauern erstaunliche Geschichten und spannende Schicksale.
Silke von Bremen hat das Leben der früheren Bewohner erforscht, um zu erfahren, wie es um die Personen des 18. und 19. Jahrhunderts auf Sylt bestellt war. Nicht besonders rosig übrigens. Das ist sicherlich ein Fazit, das man ziehen muss, wenn man genauer hinschaut. Und genau hingeschaut wurde für dieses beeindruckende Projekt, für das Keitum an mehreren Sonntagen in der Saison zur Freilichtbühne wird – das erste Mal am morgigen Sonntag, 4. Juli.

„Wir werden an Originalschauplätzen spielen. Das heißt, die dargestellten Personen haben an diesen Orten auch im wirklichen Leben gelacht, geliebt und gelitten. Zwar sind die Dialoge erdacht, aber immer auf Grundlage der vorhandenen Fakten“, erläutert Silke von Bremen.

„Wir werden Menschen erleben, die das Dorf, obwohl sie ihr Leben vor über 200 Jahren ausgehaucht haben, noch heute prägen. Und wir werden auf Persönlichkeiten treffen, die eventuell noch in Straßennamen zu finden sind, aber von denen kaum noch jemand weiß, warum ihnen diese Ehre zuteilwurde.“

Und so wird man auf einem geführten Rundgang durchs Dorf Einheimische treffen, die wochenlang geprobt, sich Kleider geschneidert und sich mit der Sylter Geschichte intensiv auseinandergesetzt haben, um mit den Zuschauern eine ganz besondere Zeitreise zu machen.

Die Regiearbeit wurde von Klaus Esch übernommen, selbst Schauspieler und lange Jahre künstlerischer Leiter der Theaterschule Flensburg und Regisseur an der Niederdeutschen Bühne in Flensburg.
Es sind oft harte Zeiten, die die Living-History-Mitglieder darstellen. Die Gruppe ist sich einig: „Alles, was wir heute erleben, war im Prinzip schon einmal da. Wir können aus der Geschichte lernen, wenn wir sie kennen.“

Und deshalb wird ein Teil des Erlöses auch zu Förderung und Erhalt der Sylter Geschichte eingesetzt werden.
Wer ein Ticket ergattert hat (in allen Vorverkaufsstellen der Insel, jeder Tourismusservice), darf sich auf einen berührenden Rundgang freuen und auf ein fröhliches Zusammensein im Anschluss am Sylt Museum.

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