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Zu Fuß quer durch Deutschland

Ehepaar Preiß wanderte 1.300 Kilometer

Foto: Nicole Lütke Jutta und Manfred Preiß sind in List angekommen. In drei Jahren wanderte das Ehepaar von Oberstdorf nach Sylt.

List. Man sieht ihnen die Strapazen der 152 gewanderten Kilometer nicht an. Gut gelaunt sitzen Jutta und Manfred Preiß in einem Café in Westerland, um über ihr dreijähriges Projekt zu berichten – ihre Wanderung durch Deutschland, vom südlichsten zum nördlichsten Ort. Insgesamt haben die beiden rund 1.300 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Eine echte Leistung! Doch die Rentner aus dem Sauerland sind bescheiden: „Wir empfinden das nicht als etwas Besonderes, sondern wir wollten und selbst etwas beweisen“, erzählen sie.
Wandern liegt ihnen im Blut: Jutta und Manfred schnüren seit 30 Jahren ihre Wanderschuhe. Oft waren sie in Südtirol unterwegs, in den Bergen. Sie wirken mit ihren 65 beziehungsweise 70 Jahren fit, die Haut von der Sonne gebräunt.

„Wir haben immer gerne Sport gemacht, und Kondition gehört schon dazu, wenn man auf eine solche Strecke gehen“, berichtet das Ehepaar.
Inspiriert wurde Manfred Preiß durch einen Zeitschriftenartikel, in dem die Route beschrieben wurde. „Ich habe gesagt, das machen wir auch.“ Seine Frau fand die Idee ein bisschen „verrückt“, doch der Plan wurde gefasst. Lange wurde getüftelt, die Route ausgekundschaftet, Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecke gesucht. Im September 2021 fiel dann der Startschuss. Der gesamte Weg wurde in sechs Etappen aufgeteilt – vom Haldenwanger Eck – dem südlichsten Punkt bei Einödsbach unweit von Oberstdorf – wanderten sie über Ulm nach Würzburg. Dann war das Ehepaar über Eisenach nach Celle unterwegs, anschließend von Celle nach Meldorf und von dort über Husum und Niebüll bis nach Sylt. Für die einzelnen Etappen von jeweils rund 230 Kilometern planten sie 14 Tage ein. Täglich waren sie rund 20 bis 30 Kilometer unterwegs. Das Lebensnotwendige hatten sie in einem Rucksack dabei – ein paar Kleidungsstücke, Proviant, Schuhe, Hygieneartikel, Regenzeug – alles, was wichtig ist. „Man muss sich auf das Notwendige beschränken, sonst wird der Rucksack zu schwer“, berichtet Jutta Preiß. Vor allem die abwechslungsreiche und wunderschöne Natur hat sie immer wieder aufs Neue begeistert. „Es gibt wunderschöne Ecken in Deutschland. Manchmal sind wir stundenlang gewandert, ohne einem Menschen zu begegnen.“ Besonders angetan waren sie von der Natur Nordfrieslands. „Die ist so vielfältig und die Leute sind unglaublich freundlich.“ Aber auch so mache Strapaze mussten die beiden Wanderer erleben: Unwetter, verlorene Fußnägel und blutige Füße. Doch ans Aufgeben dachten sie nie. „Wir haben einige Schuhe durchgelaufen“, lachen sie, „das gehört dazu.“ Ob das Ehepaar Preiß nochmal eine solch’ lange Tour wandern wird, ist eher unwahrscheinlich. „Man braucht viel Zeit für ein solches Projekt und die möchten wir lieber unseren Enkelkindern widmen. Vielleicht unternehmen wir noch einige kürzere Touren.“ Denn wer einmal mit dem „Wander-Virus“ infiziert ist, der kann nicht so einfach aufhören.


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 25.06.2024
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