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Sonderausstellung zum „Schimmelreiter“ im Syltmuseum

Die Storm-Novelle in der Kunst

Foto: Syltmuseum In den neugestalteten Ausstellungsräumen des Sylt Museums ist die Storm-Ausstellung noch bis einschließlich Sonntag, 15. Mai, zu sehen.

Keitum. „Es war im dritten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, an einem Oktobernachmittag – so begann der damalige Erzähler –, als ich bei starkem Unwetter auf einem nordfriesischen Deich entlangritt.“ So beginnt zugleich Theodor Storm seine Novelle „Der Schimmelreiter“, mit der er bis heute seinen Namen berühmt macht.
Die Novelle „Der Schimmelreiter“ ist in fast jedem Deutschunterricht obligatorisch. Generationen von Schülern verfolgten die Erzählung des Dorfschullehrers, der die Geschichte des Hauke Haien vorträgt und Einblicke in die Gefahren der Küstenbewohner gibt. Dabei spielt der „Blanke Hans“, der in dieser Geschichte das Schicksal des Deichgrafen auf tragische Weise bestimmt, eine entscheidende Rolle.
1888 vollendete der Schriftsteller Theodor Storm (1817-1888) sein Werk „Der Schimmelreiter“. Seitdem haben sich zahlreiche Künstler mit dem Werk beschäftigt – sei es in der Kunst oder Musik. Der in Flensburg geborene Alexander Eckener (1879-1944) veröffentlichte 1939 eine Radierfolge, die die Geschichte des Schimmelreiters ins Bild setzt. Eindrucksvoll radierte Eckener die Geschichte in 59 einzelne Blätter und setzte dabei seine eigenen Schwerpunkte. Übergeordnet wird der Deichgraf mit seinem progressiven Ansatz des modernen Deichbaus sowie seiner Liebe zu Elke Folkerts thematisiert. Diese Handlungen werden in die sozialen Spannungsverhältnisse vor Ort und die typisch nordfriesische Landschaft und Baukultur eingerahmt.
Auch der Graphiker und Maler Otto Beckmann (1945) ließ sich von der Erzählung des Deichgrafen Hauke Haien inspirieren und schuf mit der Ätztechnik eine Illustrationsfolge. Dabei setzt Beckmann in seinen wenigen Blättern den Fokus auf die Schlüsselmomente, die die Emotionen und die zwischenmenschlichen Stellen der Novelle so bedeutsam machen. „Wut“, „Verweigerung“, „Wettkampf“ und „Betrachtung“ sind die Titel, der vier Blätter, die aus dieser Folge in der Ausstellung zu sehen sind.
Theodor Storm beginnt bereits in jungen Jahren schriftstellerisch tätig zu werden. Allerdings lässt er sich 1837 an den Universitäten Kiel und Berlin zum Juristen ausbilden, um anschließend als Anwalt und Richter zu arbeiten. Sein schriftstellerisches Gesamtwerk erlangte über die vielen Jahre einen beachtlichen Umfang mit besonderer Bedeutung. 1887 konnte Storm noch einen Aufenthalt auf Sylt realisieren, der ihm Stoff für die „Sylter Novelle“ bot. Diese blieb unvollendet, da Storm in den letzten Monaten vor seinem Tod das Werk „Der Schimmelreiter“ zu Ende brachte.
Die gezeigten Arbeiten stammen aus der Sammlung des Nordfriesland Museums, dem Nissenhaus in Husum und der Theodor-Storm-Gesellschaft, Husum.
Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 15. Mai, zu sehen, im März donnerstags bis sonntags von 11 bis 15 Uhr und ab 1. April montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.


Geschrieben von: Redaktion / veröffentlicht am: 17.03.2022
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