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Projekt „Saving Life“ geht neue Wege bei Erster Hilfe

Die App, die Leben retten kann

Foto: ASB Bleibt das Herz stehen und die Atmung setzt aus, ist schnelle Hilfe notwendig. Durch das Projekt „Saving Life“ sollen Ersthelfer schneller vor Ort sein.

Insel Sylt. Es passiert beim Spaziergang, beim Sport – oder auch im Schlaf: Der plötzliche Herztod kann Menschen ganz unvermittelt „erwischen“. Die Deutsche Herzstiftung erklärt, dass mindestens 66.000 Menschen am plötzlichen Herztod sterben. Das sind etwa 20 Prozent aller Herz-Kreislauf-Toten. Männer trifft der Sekundentod etwa dreimal so oft wie Frauen. Meist sind Menschen im mittleren und höheren Alter betroffen, aber auch Jüngere sterben daran.
Um einen Herzstillstand ohne bleibende Schäden überleben zu können, ist es entscheidend, dass so schnell wie möglich qualifizierte Erste Hilfe geleistet wird. Denn jede Minute die verstreicht, verringert die Überlebenschancen. Doch gerade in dünn besiedelten Gebieten wie Schleswig-Holstein besteht das Problem, dass zu viel Zeit vergeht, bis Hilfe vor Ort ist.
Durch das Projekt „Saving Life“, einem deutsch-dänischen Kooperationsprojekt, soll dieses Problem entschäft werden. Das Ziel: Viele Menschen sollen in die Lage versetzt werden, als Ersthelfer aktiv zu werden, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Um dieses Ziel zu erreichen, werden kostenlose Erste-Hilfe-Kurse angeboten. Zusätzlich werden über eine Smartphone-App Ersthelfer alarmiert und zum Einsatzort geschickt. Initiator und Träger des Projekts ist der Arbeiter-Samariter-Bund. Hanjo Merkle, Landesfachreferat Rettungsdienst und Notfallvorsorge beim ASB Landesverband Schleswig-Holstein, erklärt, worum es bei „Saving Life“ geht: „Es sind zwei Bausteine, die ineinandergreifen.

Zum einen machen wir das Angebot, einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Zum anderen möchten wir es den Menschen so einfach wie möglich machen, diese Erste Hilfe auch zu leisten. Dabei hilft die App.“

Geht ein Notruf bei der Leitstelle ein, dass ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorliegt, wird über die App der Ersthelfer informiert, der sich in der Nähe aufhält. Dieser kann dann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen.

„Bisher haben sich rund 17.000 Menschen registriert“, sagt Merkle. Werden die Ersthelfer benachrichtigt, haben sie die Wahl, ob sie annehmen oder ablehnen. „Erst dann bekommen sie die genauen Informationen zum Einsatz“, so Merkle.

Man könne sich nur registrieren lassen, wenn man in den letzten zwei Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs mit mindestens neun Unterrichtseinheiten besucht hat. Auch medizinisches Fachpersonal wie beispielsweise Medizinisch-technische Assistenten, sind gefragt.

Es geht im wahrsten Sinne um Leben und Tod: Wird Betroffenen bei Herzstillstand vor dem Eintreffen des Notarztes keine lebensrettende Hilfe zuteil, überlebt nur eine von 30 Personen.


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 09.06.2022
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