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Im Gespräch mit Ortswehrführer Siegfried Engel

Brandschützer gesucht

Foto: Frank Deppe Gut trainiert in den Einsatz: Tinnumer Feuerwehrkameraden beim routinemäßigen Training auf der Atemschutzstrecke.

Tinnum. Kameradschaft, Zusammenhalt und Teamwork: Das sind seit Jahrhunderten die Werte, für die die Freiwilligen Feuerwehren stehen. Jedes Truppenmitglied hat seine Aufgabe im Gesamtgefüge – einer muss sich auf den anderen verlassen können.
Dieses Credo leben auch die Mitglieder der Tinnumer Feuerwehr, die in diesem Jahr ihr 135-jähriges Jubiläum feiern kann. Die Truppe hat zurzeit 66 aktive Mitglieder, 14 in der Ehrenabteilung und 19 in der Jugendfeuerwehr. Jährlich rücken die Kameraden zu rund 30 Einsätzen in Tinnum aus; dazu kommen noch die Einsätze, bei denen sie in Westerland zur „Löschhilfe“ gerufen werden. „Etwa 90 Prozent unserer Einsätze sind Löscheinsätze“, erklärt Ortswehrführer Siegfried Engel.

Fünf Fahrzeuge hat die Tinnumer Wehr – davon sind drei Löschfahrzeuge, ein Mehrzweck- und ein Mannschaftsfahrzeug.
Die gesamte Wehr teilt sich in drei Löschgruppen auf, die jeweils dienstags ihren Dienst absolvieren – der vierte Dienstag wird dann in Gemeinschaft geübt. „Es ist wichtig, dass die Gruppen Einsätze separat üben. So werden sie ein eingespieltes Team“, sagt Engel. Der Gruppenführer bereitet ein Szenario vor, dass dann praktisch durchgeführt wird. „So können sie auch mal spezielle Dinge üben.“ Aber auch die gesamte Wehr muss die Abläufe immer wieder trainieren.

Die Aktiven in Tinnum sind zwischen 16 und 67 Jahre alt. Die 19 Mitglieder der Jugendfeuerwehr sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. „Die jungen Aktiven müssen erstmal die Grundlehrgänge absolvieren, sich das Rüstzeug draufschaffen“, sagt der Wehrführer. Dazu werden aber noch zusätzliche Freizeitaktivitäten angeboten wie Kinobesuche oder Nachmittage in der Sylter Welle. „Wir versuchen den Jugendlichen etwas zu bieten.“

Um die angehenden Feuerwehrmänner und -frauen an den aktiven Dienst heranzuführen, dürfen sie ab 16 Jahre auch mal bei den „Großen“ reinschnuppern. „Früher war es sicherlich leichter, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern. Es war einfach selbstverständlich im Dorf, dass man in die Feuerwehr ging.“ Siegfried Engel ist der Meinung, dass sich die jungen Menschen heute nicht mehr so leicht eine ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen wollen – egal, ob es sich um die Feuerwehr oder andere Vereine handelt. Die Aktiven in Tinnum haben ein Durchschnittsalter von rund 40 Jahren und Nachwuchs ist immer gefragt. „Wer wirklich in die Feuerwehr möchte, der findet den Weg zu uns und bleibt auch meistens“, so Engel.

Dass jede Gemeinde auf der Insel noch eine eigene Feuerwehr habe, sei schon etwas Besonderes. „Die Feuerwehr ist aus dem dörflichen Leben nicht wegzudenken. Sie hat ja nicht nur die Funktion, Brände zu löschen oder in Notfällen zu helfen, sondern sie bringt die Menschen zusammen.“


Geschrieben von: Nicole Lütke / veröffentlicht am: 12.07.2022
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