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Trotz Corona finden in der Johanniter-Tagespflege viele Aktivitäten statt

Alle sind beschäftigt

Foto: sc Wenn Anja Asmussen die Leierorgel dreht, kommt Stimmung auf.

Von Oliver Sippel

Westerland. Was findet während des Corona-Lockdowns in der Johanniter Tagespflege in Westerland statt? Ich durfte Mitarbeiter und Gäste einen Vormittag lang begleiten und mir selbst ein Bild davon machen. So viel sei vorweg verraten: Wer glaubt, der Corona- Alltag sei langweilig, liegt weit daneben.

Manch einen mag es verwundern, dass die Tagespflege während des Lockdowns überhaupt geöffnet hat. Doch eine Schließung von Pflegeeinrichtungen ist derzeit nicht vorgesehen. Das gilt – zum Glück für alleinstehende Senioren – auch für die Teilzeitpflege. Das Land Schleswig-Holstein sagt dazu auf seiner Webseite: „Einrichtungen wie Tages- oder Nachtpflege, in denen Personen mit Pflegebedarf teilstationär untergebracht und verpflegt werden können, dürfen entsprechende Leistungen erbringen.“

Ganz ohne Auswirkungen bleibt die Pandemie selbstverständlich auch für die Johanniter nicht. Das spüre ich schon beim Betreten der Einrichtung: Ohne FFP2-Maske komme ich nicht in das Gebäude. Mein erster Weg führt mich in einen gesonderten Raum, der ein wenig an ein Untersuchungszimmer im Krankenhaus erinnert: Auf einem Tisch stehen kleine Probenbehälter und lange Wattestäbchen bereit. Noch ehe ich mich versehe, hat Mitarbeiterin Sonja Posywio mir mit einem der langen Stäbchen bereits einen Rachenabstrich entnommen. „Ohne negativen Corona-Schnelltest darf niemand die Tagespflege betreten“, erklärt sie mir. Auch die Gäste müssen die etwas unangenehme Prozedur regelmäßig über sich ergehen lassen. Mein Testergebnis fällt negativ aus. Ich bin erleichtert und darf die Pflegeeinrichtung endlich betreten. Meine Maske muss ich trotzdem tragen, sicher ist sicher.

Als ich in den Gemeinschaftsraum komme, bin ich kurz verwundert: Er ist leer. Ist heute etwa kein Gast anwesend? „Oh doch“, klärt die Mitarbeiterin mich auf. „Aber alle sind beschäftigt.“ Fünf von ihnen nehmen derzeit an der Bewegungsgruppe teil. Mitarbeiterin Anja Asmussen zeigt den Gästen einfache Übungen im Sitzen, mit denen Arme, Beine und Rücken mobilisiert werden. „Das Gute an der Sitzgymnastik ist, dass sie auch für Seniorinnen und Senioren mit Bewegungseinschränkungen geeignet ist“, erklärt mir Anja Asmussen. Je nachdem, wer teilnimmt und was gerade Spaß macht, kann die Gymnastik auch mal im Stehen oder mit Hilfsmitteln wie Bällen stattfinden.

Auf dem Weg zurück werde ich durch Klopfgeräusche abgelenkt: Einer der regelmäßigen Besucher der Tagespflege hat heute keine Zeit für die Sitzgymnastik, denn er ist an der Werkbank in den Bau von Vogelhäusern vertieft. Ich weiß zwar nicht genau, was ich vom Handwerksangebot in einer Tagespflege erwartet habe, aber mit so viel Arbeitseinsatz hatte ich nicht gerechnet.

Fortsetzung in unserer Wochenendausgabe am Sonnabend 6. Februar

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